Menschen

Restaurant Au Colombo

Frankreich

Auch wenn der Name andere Vermutungen zulässt, so geht es im Restaurant Colombo genau genommen nur um eines: Langusten. Gut das ist in der Karibik jetzt nicht die große Überraschung an sich, aber dennoch ist das Lokal bemerkenswert.

Trotz aller Diskussionen, die es auch um die Behandlung von Meerestieren gibt, traut man sich hier zu, eine alte – früher in ganz Frankreich verbreitete – Sitte der Langusten-Zubereitung zu zelebrieren. Die fangfrischen, lebenden Langusten werden vor dem Schlachten in einem großen Vivarium gehalten, was vor allem dem Zweck dient, dass sich die Langusten vom Fangstress erholen können und das Fleisch dadurch zarter wird. Die „entspannten“ Tiere kommen dann in ein Schaubecken im Lokal, wo sich der Gast sein bevorzugtes Exemplar auswählen kann. Die Langusten werden kurz vor der Zubereitung auf traditionelle Art geschlachtet, was heißt: mit einer großen Machete einfach in der Mitte auseinandergehackt – das geschieht freilich in einem Nebenraum (um allzu zart besaitete Seelen nicht zu schockieren). Das hatte man übrigens auch an Frankreichs Atlantikküste früher genauso gehandhabt.

Die Langustenhälften werden gewaschen und anschließend über dem Feuer von lodernden Baumstämmen gegrillt, wobei ihnen mittels einer kreolischen Marinade der finale geschmackliche Kick verpasst wird. Ein freilich nicht billiges, dafür aber bemerkenswert archaisches Vergnügen, das einen Langustenschmaus der Sonderklasse garantiert – und offensichtlich gibt es keine Gäste, die sich an der gar nicht so modernen Zubereitung stören, was vielleicht das Bemerkenswerteste an dieser Lokation ist.

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