Menschen

Erich Stekovics

Österreich
Gemüseverarbeiter
Der König der Paradeiser

Es war einmal ein Mann namens „Noah“, der auf seiner Arche das vielfältige Tierleben rettete, bevor die Natur von der Sintflut zerstört wurde. Heute gibt es einen Verein der sich „Arche Noah“ nennt und sich zur Aufgabe gemacht hat, in Vergessenheit geratene Nutzpflanzen zu erforschen und für die Nachwelt zu erhalten; und dieser Verein hat ein Mitglied, das seinen Beruf als Berufung sieht und sich zur Aufgabe gemacht hat, den Paradeisern ein Paradies auf Erden zu schaffen. Sein Name ist Erich Stekovics oder „König der Paradeiser“, wie ihn Freunde liebevoll nennen.

Eigentlich hatte Erich Stekovics früher einmal Theologie studiert, doch dann war die Leidenschaft zu aromatischem Gemüse, seinem Duft und seiner Vielfalt, den bunten Farben der reifen Früchte auf den Feldern und das Zusammensein mit der Natur stärker. So übernahm er dann doch den elterlichen Betrieb und wurde Gemüsebauer, geblieben ist ihm aber das missionarische, denn bei Stekovics erwirbt man nicht einfach ein Glas eingelegte Früchte, sondern gleichzeitig eine innige Ideologie: „Dem Einfachen und Ursprünglichen auf der Spur sein und nach verlorengegangenen Geschmäckern suchen!“

Begonnen hat alles aber nicht mit den Paradeisern, sondern mit Chilis und Paprika. Auf der Suche nach neuen Wegen versuchte er seine edlen Früchte einzulegen und begann mit drei Produkten: Apfelpaprika klassisch, Apfelpaprika Spätlese und Apfelpaprika im Schmalz von Mangalitza-Schwein gebraten. Eine Nische war damit entdeckt, denn Spitzenrestaurants wie z.B. Der Taubenkobel nahmen seine Produkte mit Begeisterung ab.

Was folgte, war bereits angesprochene Zusammenarbeit mit dem Verein Arche Noah, die im wahrsten Sinne des Wortes „fruchtete“. Zunächst pflanzte Erich Stekovics 70 Sorten Paradeiser an, etwas was im damaligen Österreich als absolut unmöglich galt und vielerorts sogar belächelt wurde. Doch schon bald sprach Erich Stekovics nicht mehr von 70 Sorten, sondern von 1000 und heute ist er Herr über sage und schreibe 3000(!) Sorten Paradeiser, die er nicht nur zu erlesenen Delikatessen verarbeitet, sondern auch sorgfältig dokumentiert. Unter freiem Himmel, auf guter Erde und durch das milde burgenländische Klima gedeihen so Früchte, deren Aroma einzigartig ist und ihresgleichen sucht. Dass Mutter Natur in machen Jahren z.B. durch zuviel Regen im August für dramatische Ernteausfälle sorgt (zuviel Wasser lässt die Paradeiser aufplatzen und faulen), nimmt Erich Stekovics mit geradezu stoischem Gleichmut hin; er liebt die Natur zu sehr, als dass er ihr gram sein könnte.

Von der unwahrscheinlichen Vielfalt an Früchten einmal abgesehen, ist auch die geschmackliche wie farbenfrohe Vielfalt seiner edel Konserven ein wunderschöner Genuss, für Augen, Zunge und Gaumen! Gleich einem Alchemisten mischt er einmal verschiedene Sorten Paradeiser zusammen, ein anderes Mal gibt er sich als Purist und belässt es bei einer einzigen Sorte, je nachdem was im jeweiligen Jahr der Garten hergibt. Dabei verfolgt er immer den Grundsatz: „Zuerst ist immer die Frucht da, erst aus ihrem Geschmack ergibt sich dann das Rezept.“, und was für Rezepte: Dattelwein-Paradeiser in Muskat Ottonell-Essig, Rohe Fleischparadeiser in Essigmarinade, Getrocknete Johannisbeer-Paradeiser oder eine Paradeiser-Marmelade aus 120 verschiedenen Sorten bereitet – himmlisch!

Der umtriebige Gemüse-Papst erzeugt mittlerweile mehr als 70 verschiedene Produkte, nicht nur aus Paradeisern, sondern auch Gurken, Weingartenknoblauch, seltene Erdbeersorten, verschiedenste Paprikasorten und Chilis (von denen er zur Zeit schon 450 Sorten angepflanzt hat) werden kunstvoll ins Glas gebracht.

Erich Stekovics hat ein kleines Paradies auf Erden geschaffen, in dem übrigens auch Platz für hunderte schnatternde Gänse ist, die sich auf einem 4ha großen Areal austoben dürfen. Bleibt zu hoffen, dass nicht eine neuerliche Sintflut diese Arche des Genusses hinwegschwemmt!

x
x
x

Warenwert :