Menschen

Alpbachtaler Heumilchkäse

Österreich
Käse, Milch & Milchprodukte
Ein Stück Alpbachtaler Natur

Jahrhundertlange Tradition und eine zauberhafte Kulturlandschaft prägen das Alpbachtal, ein Seitental des Inntals im Bezirk Kufstein, und jahrhundertelange Tradition prägt auch den kulinarischen Star der Region, den Alpbachtaler Käse, der wie ein Spiegelbild der von den höchsten Gipfeln der Kitzbüheler Alpen umrahmten Region selbst wirkt: Natur pur und echter, authentischer Geschmack – dafür legt man hier im Alpbachtal die Hand ins Feuer.

Von Generation zu Generation weitergetragen

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, sagt man gern und oft. Der Alpbachtaler Käse steht sinnbildlich für den wahren Kern dieser Weisheit, seine Herstellung ist das Ergebnis traditionellen Wissens und der jahrhundertelangen Weitergabe ebendieses: Schon seit dem 16. Jahrhundert ist die Region bekannt für ihre Fettkäseproduktion (in anderen Teilen Tirols überwog bis zum 19. Jahrhundert die Magerkäseherstellung) und für die Heufütterung von Milchkühen und somit die Heumilch (silofreie Milch) bekannt. Eben letztere Strategie war es, die den entscheidenden Erfolg des Käse-Stars barg: Im Sommer gab es Grünfutter, im Winter Heu für jene Kühe, die Fütterung erfolgte somit im natürlichen Lauf der Jahreszeiten, gärende Futtermittel waren streng verboten, ebenso die Zugabe von Zusatzstoffen oder Verwendung von Gentechnik – was zählte, war eine Milch, die den vollen Geschmack der Alpbachtaler Natur in sich barg: die Heumilch. Von jenem glorreichen Wissen um die Heubereitung und Heufütterung ist bis heute nichts verloren gegangen – dem Himmel bzw. den Alpbachtalern Kühen und vor allem den Bauern sei Dank, die ihr Wissen über die richtige Haltung der Kühe in den Berggebieten, über die Heumilchproduktion und die Methoden der Grün- und Heufütterung sorgsam von Generation zu Generation weiter getragen haben… Denn was wäre die Welt auch ohne den Alpbachtaler Käse und der Alpbachtaler Käse ohne die Heumilch. Und übrigens: Die Heumilch ist nicht nur ein Qualitätsprodukt, sondern auch eine Rarität: nur 3% der europäischen Milch wird als echte Heumilch produziert.


Die Geschichte des Heumilchkäses in Tirol

War das Alpbachtal bereits im 16. Jahrhundert ein Regions-Aushängeschild der Heufütterung der Kühe, so reichen die Wurzeln der Heumilchtradition ganz Tirols noch viel weiter zurück: Bereits im 12. Jahrhundert, also dem Mittelalter, wurden in den Voralpen und im Gebirge in Tirol auf den so genannten „Schwaigenhöfen“ Käse aus Heumilch hergestellt. Ein kleiner Exkurs zum Wort „Schwaig“ sei hier erlaubt: Das Wort „Schwaig“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet eine spezielle Siedlungs- und vor allem Wirtschaftsform im alpinen Raum. „Schwaighöfe" wurden vielfach als Dauersiedlungsform von den Landesherren selbst gegründet und dienten als Viehhöfe vor allem der Milchwirtschaft (besonders für die Käseerzeugung). Der Begriff „Schwaige“ ging später fallweise auf die nur während den Sommermonaten bewirtschafteten Almen über und Senn und Sennerin wurden auch "Schwaiger" und "Schwaigerin" genannt – ein Teil des Käses musste als Zins an die Grundherren abgeliefert werden.

Bis zum 19. Jahrhundert blieb die Fettkäseherstellung in Tirol auf den Bauernhöfen weitgehend beschränkt. Die Erzeugnisse von Haus- und Bauernkäsereien dienten zunächst dem eigenen Verbrauch und zur Abgabe an den Grundherrn. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde verstärkt auf die Fütterung von Gärfutter-Silage anstelle von Heu umgestellt und das Alpbachtal wurde schließlich als Silosperrgebiet deklariert. Im Jahr 1945 wurde schließlich die Sennerei Reith im Alpbachtal gegründet, die heute von rund 75 Milchbauern, davon 27 Biobauern, mit bester Heumilch versorgt wird und weit über die Grenzen des Alpbachtals hinaus für ihren großartigen Käse bekannt ist. Die Sennerei verarbeitet pro Jahr ca. 2,1 Mio. Liter Milch zu verschiedenen Milchprodukten und einer Reihe von Heumilchkäsesorten von Hartkäse bis halbhartem Käse. Abhängig von der Käsesorte unterschieden sich die Herstellungsmethoden von Alpbachtaler Heumilchkäse und, in der Folge, weisen die Käseprodukte spezifische Beschaffenheiten, Formen, Größen und charakteristischen Geschmack auf. Die Käse werden unter Handelsmarken verkauft, wie z. B. Alpbachtaler Bergkäse, Alpbachtaler Kellergold, Alpbachtaler Hornkäse, Alpbachtaler Bierkäse, Alpbachtaler Stangenkäse, Alpbachtaler Dorfkäse und Alpbachtaler Rahmtilsiter.


Das Alpbachtal und der Käse: Ein harmonisches Duo

Wer sich nun fragt, wieso genau das Alpbachtal derart großartige Heumilch hervorbringt und weshalb das würzige Aroma des Alpbachtaler Heumilchkäses in keiner anderen Region so unvergleichlich zu Tage treten könnte, dem sei gesagt: Nicht nur die Methode der Heufütterung und das traditionelle Wissen um das Handwerk der Käsekunst waren es, die den Alpbachtaler Heumilchkäse zu seiner Qualität verholfen haben. Vor allem das Alpbachtal selbst ist es, die reichhaltige, einheimisch-alpine Flora der Region, die die extensive Bewirtschaftung der Almen mit Milchkühen erst möglich macht. Und erst die alpinen Pflanzen und Kräuter und das Gras der Alpbachtaler Wiesen, sowie das auf den Bauernhöfen produzierte Heu ermöglicht den einzigartigen Geschmack der Heumilch. Was den Alpbachtaler Käse also ausmacht, ist seine tiefe Verankerung in der Alpbachtaler Region und Natur - nur hier schmeckt der Alpbachtaler Heumilchkäse, wie der Genussmensch ihn kennt und liebt: Großartig.

x
x
x

Das könnte Sie auch interessieren ...

  • Käserei Reith
    Alpbachtal & Tiroler Seenland
    Käserei Reith

    Edler Käsegenuss aus dem Alpbachtal

    Weiterlesen
  • Alpbachtaler Holzknechtkrapfen
    Alpbachtal & Tiroler Seenland
    Alpbachtaler Holzknechtkrapfen

    Weiterlesen

Warenwert :