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Alpenlachs

Österreich
Fisch (frisch)
Der vielleicht beste Speisefisch Österreichs

Zuerst einmal vorweg, um Missverständnissen vorzubeugen: Der Alpenlachs ist keine Fischart, sondern ein Idee, eine Philosophie und vor allem ein Symbol für nachhaltige Fischzucht in Österreich, die Belebung des ländlichen Raumes sowie die Nutzung lokaler Ressourcen. Alpenlachs ist Natur pur und Leidenschaft zur Regionalität, wie man sie sich öfters oder gar überhaupt immer wünscht.

Peter Brauchl, damals Inhaber eines niederösterreichischen Industriebetriebs und Fischliebhaber, begann vor über 30 Jahren, zwei pazifische Lachsarten, den Silberlachs (Coho) und den Königslachs (Chinook), in seinen Teichanlagen im niederösterreichischen Gutenstein aufzuziehen. Sein hehres Ziel war es bereits damals, die besten Speisefische Europas zu züchten. Anders als bei den in Kanada wild aufgewachsenen Fischen konnten bei den in Österreich gezogenen und mit konventionellem Fischfutter gefütterten Lachsen die erhofften hohen Anteile an Omega-3-Fettsäuren nicht nachgewiesen werden. Was Brauchl somit schlussfolgender tat, schrieb sich in die österreichische Fischgeschichte ein: Er fand eine Lachsfischart, den „Salvelinus alpinus“, der großartiger nicht hätte sein können. Diese aus der Region um Spitzbergen stammende Fischart ist auch unter dem Namen Eismeersaibling bekannt und zeichnet sich durch den angestrebten besonders hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und seinen hervorragenden Geschmack aus. Inspiriert von der Wortschöpfung aus „Lachs“ (der den Großteil seines Lebens im Meer verbringt) und der lateinische Bezeichnung für den Seesaibling, nämlich „salvelinus alpinus“, gründete Brauchl 1982 die Marke Alpenlachs, die heute dem Kärntner Unternehmer Hanno Soravia gehört.


Naturnahe Aquakultur und umweltschonende Fischzucht: Erfolgsgeschichte vorprogrammiert!

Die Zuchtmethode ist das A und O des Alpenlachs, die perfekt auf dessen Bedürfnisse angepasst ist, um ja seinem Ruf als besten Speisefisch Österreichs auch gerecht zu werden. Der Alpenlachs wird in Österreich in Aquakulturen gezüchtet; neben dem angesprochenen Gutenstein beispielsweise auch am Großglockner in Kärnten. So ist gesichert, dass er sich nicht in den Gewässern verbreitet und heimische Arten zurückdrängt. Nachdem er ein Jahr lang im Bruthaus vom Ei weg aufgezogen wurde, wächst er ein weiteres Jahr in speziell entwickelten Anlagen heran, die mit ihren runden, nach unten hin keilförmigen Fischbecken eine Innovation darstellen. Diese beweist, wovon lange geräumt wurde: dass nachhaltige Fischzucht ohne Umweltbelastung durchaus möglich ist. Die runde Form des Beckens sorgt nämlich nicht nur für eine Fließgeschwindigkeit des Wassers, die die Fische in Bewegung bleiben lässt, sondern auch dafür, dass durch die Zentrifugalkraft die ­Fäkalien in die Mitte des Beckenbodens transportiert werden. Von dort kommen sie in ein Absetzbecken, das restliche Wasser fließt durch eine Pflanzenkläranlage, wo Mikroorganismen Schadstoffe wie Stickstoff, Phosphor und ­Nitrat abbauen, und gelangt so gereinigt ­wieder in den Bach.


Auch der Fisch soll nachhaltig speisen

Neben der Art der Anlagen ist insbesondere das Fischfutter für die Nachhaltigkeit der Fischzucht entscheidend. Dabei stehen Fischzüchter vor der Herausforderung, Futterpellets zu finden, die dem Fisch schmecken, seine für den Menschen positiven Lebensmittelkriterien erhalten, das Gewässer nicht belasten und selbst aus umweltschonender Produktion stammen. Bei Alpenlachs wird in allen Betrieben Biofutter verwendet. Darin ist zwar auch Fischmehl von Salzwasserfischen enthalten, dieser Anteil hat jedoch das MSC-Siegel für nachhaltigen Fischfang.

Und übrigens: Wer Sushi liebt, muss auf österreichischen Fisch nicht verzichten, denn der Alpenlachs ist auch roh genossen wunderbar. Und noch ein Tipp zum Schluss: wer das Glück hat, einen ganzen Fisch mit seiner Leber bekommen zu können, der sollte sich diese Leber auf der Zunge zergehen lassen - denn die ist eine ganz besondere Delikatesse!

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