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Graues Steppenrind

Österreich
Fleisch
das ungarische Graurind im Nationalpark

Beim „Grauen Steppenrind“ handelt es sich um jene ungarische Rinderrasse, die einst auf den unendlichen Weiten der Pusta aufgezogen und dann zum Verkauf gen Westen getrieben wurde. Vom Stepperind stammen jene legendären Mastochsen, deren Fleisch dafür sorgte, dass das Wiener Siedefleisch so beliebt und berühmt wurde; die Tiere lieferten aber nicht nur vorzügliches Fleisch, sondern waren auch als robuste Arbeitstiere sehr gefragt. Als die „Ochsenstärke“ von den „Pferdestärken“ der Maschinen abgelöst wurde, rückte die Milchleistung der Rinder in den Vordergrund. Da das Graurind aber vergleichsweise wenig Milch abgab, traten andere – produktivere Rassen – an seine Stelle. Es gab in den fünfziger Jahren vorigen Jahrhunderts sogar Beamte, die der Meinung waren, dass das Graurind „abgeschafft“ werden könne. So stand diese altehrwürdige Rasse kurz vor dem Aussterben und nur engagierten Züchtern und Naturschützern ist es zu verdanken, dass das Graurind nicht völlig verschwand und heute noch existiert.

Die Kulturlandschaft im Nationalpark Neusiedlersee- Seewinkel zählt zu den artenreichsten Lebensräumen in Europa. Mit dem starken Rückgang der bäuerlichen Viehwirtschaft waren allerdings weite Gebiete von Verschilfung und Verbuschung bedroht, seltene Pflanzen und Tierarten verloren ihren angestammten Lebensraum. Seit der Gründung des grenzübergreifenden Nationalparks im Jahre 1993 wurde daher die Beweidung und großflächige Heumahd wieder eingeführt. So sorgte neben den Rinder- und Pferdeherden von zahlreichen viehhaltenden Betrieben vor allem die nationalparkeigene Graurinderherde für die erfolgreiche Wiederherstellung der Hutweiden im Seevorgelände.

Seit einigen Jahrzehnten wird das Graurind wieder systematisch gezüchtet und in der Bewahrungszone Sandeck-Neudegg leben mittlerweile wieder mehr als 300 Tiere. Die Nationalparkverwaltung ist ein registrierter viehhaltender BIO-Betrieb und nur ein kleiner Teil aus dem Bestand wird regelmäßig geschlachtet. Das Fleisch stammt also ausnahmslos von Weiderrindern, zugefüttert wird ausschließlich Futter aus nationalparkeigener biologischer Landwirtschaft.

Aufgrund der natürlichen Kreisläufe ist das Fleisch vom Grauen Steppenrind nicht ganzjährig verfügbar, dafür aber um so schmackhafter. Die Schlachtung erfolgt stressfrei und ohne Tiertransporte durch den lokalen Fleischereibetrieb „KARLO“ aus Pamhagen. Berühmt ist Karlo für seine vielen Wurstwaren, die er mit regionaltypischen Rezepturen zubereitet, legendär ist seine „Dürre“ – am besten frisch und heiß aus dem Kessel vor Ort! Und auch der überaus saftige und köstliche Schinken vom Graurind ist eine Delikatesse für sich, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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