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Kärntner Blondvieh

Österreich
Fleisch
Einst galt das Kärntner Blondvieh als "beste Rinderrasse der Monarchie" - heute ist die alte Rasse vom Aussterben bedroht.

Bereits im 6. Jahrhundert brachten slawische Einwanderer das einfärbige Slowenenvieh nach Kärnten, wo es mit dem Gelbvieh und rot geflecktem Vieh von deutschen Siedlern eingekreuzt wurde. Die Kreuzung mit dem Ungarischen Steppenrind hinterließ mit seiner typischen Hornform ein besonderes Merkmal.

Das Fleisch des Kärntner Blondviehs entwickelte sich zu einer gern gesehenen Delikatesse auf den Tellern der Adeligen und auch am kaiserlichen Hof verwendete man für den Tafelspitz das delikate Fleisch. 1857 galt das Kärntner Blondvieh als „beste Rinderrasse der Monarchie“ und wurde in alle Kronländer der K.u.K. Monarchie exportiert.

Die nach den Zuchtorten Gut Mariahof bei Sankt Salvator und dem Lavanttal benannten Rassen „Mariahofer“ und „Lavanttaler“ - gebräuchlich war auch die Bezeichnung „Norische Rasse“ – fasste man mit der Gründung der ersten Viehzuchtgenossenschaft im Jahre 1890 unter der Bezeichnung „Kärntner Blondvieh“ zusammen.

Der Bestand des einst so beliebten Blondviehs reduzierte sich bis in die 90er Jahre drastisch. Verschiedene Programme, um die vom Aussterben bedrohte Rasse zu erhalten und zur Förderung des Fleisches in der Gastronomie, wurden ins Leben gerufen. Die züchterischen Schwerpunkte für die Haltung dieser alten Rinderrasse liegen heute in den Orten Eberstein, Liebenfels, Diex, Althofen und Hirt. Zudem kommt das Kärntner Blondvieh auch in Unterkärnten sowie in der Steiermark und in angrenzenden Teilen Sloweniens vor. Die bodenständige Mehrzweck-Rinderrasse hat sich optimal an die Umgebung in Mittelkärnten angepasst.

Alpine Umweltbedingungen führen zu zahlreichen Almweiden mit großer Pflanzenvielfalt, die Futterbasis des Blondviehs und wesentlich für den Geschmack des Fleisches und der Milch verantwortlich. Die Kälber werden in ein und demselben Betrieb in Kärnten geboren und aufgezogen, die meisten dieser Betriebe sind Bio-Betriebe. Zur Zeit werden im Sommer rund 780 Kühe und 30 Stiere der besonders robusten Rasse auf den Almweiden und im Winter großteils in Laufställen gehalten. Das Gras und Heu stammt ausschließlich vom eigenen Hof, die Fütterung mit ausländischen und tierischen sowie gentechnisch veränderten Mitteln ist verboten.

Das Fleisch vom Kärntner Blondvieh zeichnet sich durch eine regelmäßige Marmorierung aufgrund von intramuskulären Fetteinlagerungen aus und hat eine glatte, feine Textur. Diese Eigenschaften sind zusammen mit einer optimalen Fleischreifung für den exzellenten Geschmack, die Saftigkeit und Zartheit des Fleisches nach der Zubereitung verantwortlich.

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