Menschen

Karlovarské oplatky

Tschechien
Süßwaren
die süße Verführung aus Karlsbad

Grundsätzlich sind die Oblaten dünne Teigplatten, die aus ungesäuertem Mehlteig ohne Zusatz von Triebmitteln hergestellt und – wie Waffeln – zwischen zwei heißen Eisen gebacken werden; sie stammen ursprünglich aus der Liturgie der westlichen christlichen Kirche und dienten als Hostien, woher sie auch ihren Namen haben: oblatus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „dargebracht“.

Später wurden Oblaten dann vor allem in der Weihnachtsbäckerei eingesetzt, wo sie als Boden für Makronen und Lebkuchen benötigt wurden – zu diesem Zwecke entwickelte man dann auch speziellen Backoblaten.

In der berühmten Kurstadt Karlsbad kam man nun auf die Idee, jeweils zwei Oblaten mittels einer Füllung aus Zucker und Karlsbader Sprudelsalz zusammenzukleben – diese Oblaten wurden dann z.B. auch für Gerichte wie das „Kalbshirn auf Karlsbader Art“ in der Küche verwendet (heute nimmt man für das Gericht „nicht süße“ Oblaten). In weiterer Folge kamen jene Oblaten in Mode, welche mit einer süßen Füllung aus Zucker und Mandelsplittern versehen waren – dies ist die Variante, welche heute von der EU geografisch geschützt wurde. Mittlerweile gibt es übrigens auch Oblaten mit Schoko- oder Nussfüllung, die teilweise auch aus mehreren Schichten bestehen.

Ihre erste Zubereitung, die sich damals noch deutlich von der heutigen unterschied, fällt noch in die Zeit vor 1800. Schon damals bereiteten die Köche für die Kurgäste mit Zucker bestreute Oblaten zu. Später wurde eine Schicht Oblaten hinzugefügt, Gewürz kam hinzu, das zusammen mit dem verwendeten Karlsbader Thermalwasser und Salz den spezifischen Geschmack der Oblaten ausmacht. Die erste Bäckerei für die Oblaten entstand 1867 – der Erfolgszug der Karlsbade Oblaten war nicht mehr aufzuhalten (und soll auch gar nie mehr aufgehalten werden!).

Die Bezeichnung „Karlsbader Oblaten“ (tschechisch Karlovarské oplatky) wurde 2011 auf Antrag der Tschechischen Republik (übrigens gegen den Einspruch Deutschlands und Österreichs) als geschützte geographische Angabe nach europäischem Recht eingetragen und gilt nur für Produkte, die auf dem Gebiet der Stadt Karlsbad unter Verwendung des Karlsbader Mineralwassers hergestellt wurden.

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