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Laaer Zwiebel

Österreich
Gemüse (frisch)
Bei Laa an der Thaya gedeiht die Zwiebel zu ihrer geschmacklichen Höchstform heran.

Die Zwiebel ist – und das darf man ihr getrost hoch anrechnen – nicht wählerisch was die idealen Bodengegebenheiten anbelangt. Nichtdestotrotz weiß das Lauchgewächs durchaus ganz genau, welcher Bodentyp am besten zu ihm passt: Der im Land um Laa, leicht, durchlässig… ideal einfach! Hinzu kommt das trockene, pannonische Klima der Region

Was daraus an Zwiebeln heranwächst, ist hervorragend, einzigartig… ein Zwiebel-Meisterwerk! Wer sich die Zwiebelzucht in der Laaer Region allerdings einmal mit eigenen Augen und Sinnen angeschaut hat, weiß, dass bei diesen Gegebenheiten auch nichts anderes als Großartigkeit heranwachsen könnte: Die Laaer Zwiebel (Gelbe und Rote Laaer Zwiebel) wird nicht bewässert, ist handverlesen und gelangt zu einer natürlichen Abreife. Dadurch ergibt sich ein enormer Qualitätsvorsprung gegenüber dem Mitbewerb. Eine nicht bewässerte, auf Naturregen angewiesene Zwiebel ist um vieles aromatischer und auch länger lagerfähig. Durch die natürliche Abreife verbleiben die Zwiebeln auch länger am Feld, was sich positiv auf den Geschmack auswirkt.

Geschichte der Laser Zwiebel

Allgemein

Die Speisezwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanze der Menschheit und wird seit Tausenden von Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze verwendet. Etwa 3200 v.Chr. finden sich Zwiebeln auf ägyptischen Grabgemälden, in Inschriften und Dokumenten.

Um 500 v.Chr. gehörten in Griechenland Zwiebeln zum gewöhnlichen bäuerlichen Essen. Im alten Ägypten, Griechenland und Rom schätzte das gemeine Volk die Zwiebeln sehr und aß diese gerne in ihrer rohen Form. Römische Legionäre brachten Zwiebeln schließlich nach Mitteleuropa.

Im Mittelalter wurden Zwiebeln zu einer der am meisten verbreiteten Gemüsearten in Mitteleuropa. Zu dieser Zeit dienten Zwiebeln nicht nur als Nahrung sondern wurden auch als Glücksamulett gegen die Pest verwendet. Zur Zeit der Renaissance kannte man bereits einzelne Zwiebelsorten.

Wortetymologie: Vom Lateinischen Wort cepula entwickelte sich über das mittelhochdeutsche Wort "zwibolle", letztlich das heutige Wort "Zwiebel".

Österreich bzw. Laa/Thaya

Das 19. Jahrhundert kann im allgemeinen als das Jahrhundert des Zwiebelanbaus gesehen werden – erst in dieser Zeit gewann der Feldgemüsanbau an Bedeutung. In Österreich werden Zwiebeln traditionell im pannonischen Raum angebaut.

Der Anbau von Zwiebeln im Raum Laa/Thaya ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Man kann annehmen, dass vor 1850 kaum ein Feldgemüseanbau erfolgte. Der Grund dafür ist, dass die sumpfigen Böden der Niederungen um Laa drainiert werden mussten. Eine Voraussetzung dafür war die Beendingung der Regulierung des Flusses Thaya im Jahr 1832.

Über Jahrzehnte haben die Bauern kontinuierlich die Landsorten „Gelber Laaer“ und „Roter Laaer“ kultiviert und verbessert, da in den Trockengebieten des nördlichen Weinviertels eine Bewässerung nicht möglich ist.

Laa/Thaya und die Laar Zwiebel: Ein Herz und eine Seele

Einleitend war bereits von der Einzigartigkeit der Laaer Bodenbeschaffenheit (arid, humusarm) und der Bedeutung des Klimas (pannonisch, trocken) für das Lauchgewächs die Rede, betont werden muss es aber doppelt (am besten dreifach, vierfach, fünffach…): Die Laaer Zwiebel ist ein Spiegelbild der Laaer Region – sie erhält nicht nur hier ihre idealen Voraussetzungen um zu voller qualitativ umwerfender Blüte zu gedeihen, sondern sie nutzt ebendiese Chance auch und gibt mit ihrem scharf-süßlichen Geschmack einen Dank an Mutter Laaer-Erde zurück. Selbstverständlich ist eine solch innige Beziehung vor allem das Ergebnis einer langen, langen gemeinsamen Geschichte – die Laaer Sorten „Gelbe Laaer“ und „Rote Laaer“ haben sich über Jahrhunderte optimal entwickelt und an die lokalen Gegebenheiten angepasst.

Mutter Laaer-Erde allein gilt aber nicht der ganze Dank – ein großer Teil muss den Zwiebelbauern der Region zugesprochen werden, die über Generationen hinweg ihr Wissen um den Zwiebelanbau weitergetragen haben und mit ihren speziellen Produkionsmethoden (keine künstliche Bewässerung, natürliche Abreife auf dem Feld, Handverlesung) die Laaer Zwiebel kräftig darin unterstützen, das Beste aus sich selbst und der Laaer-Region zu machen.

Genug der Lobeshymnen – am besten, man verkostet die Laaer Zwiebel vor Ort und überzeugt sich selbst vom besonderen Geschmack. Sei es als Zwiebelmarmelade, Knabber-Zwiebel, Zwiebel-Leberkäse, Zwiebelschnaps oder wie im alten Ägypten, Griechenland oder Rom in ihrer rohen, authentischsten Form!

Ein letzter Tipp für Zwiebel-Liebhaber: Die Zwiebel steht auch im Mittelpunkt des alljährlich stattfindenden Zwiebelfestes (seit 1996 im August am Stadtplatz in Laa/Thaya). Wirte und Bauern bieten kulinarische Köstlichkeiten passend zum Thema. Pflichtprogramm für jeden Genießer!

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