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Linzer Torten

Österreich
Kuchen, Torten & Petit fours
die Torte mit antiken Wurzeln

Die Oberösterreichische Stadt Linz ist nicht nur wegen seiner berühmten Köchinnen, der hübschen Linzerinnen oder der Musik von Anton Bruckner bekannt – sie ist auch die Geburtsstätte der weltbekannten Linzer-Torte. Diese wunderbare Mehlspeise gehört sicherlich zu den kulinarischen Aushängeschildern Österreichs und wurde schon zur Biedermeierzeit in aller Herren Länder verschickt. Der deutsche Dichter und Dramatiker Ernst von Wildenbruch (1845-1909) würdigte die Torte mit der Zeile: „Was sind aller Dichter Worte gegen eine Linzer Torte?“

Eine Originalrezeptur gibt es zwar nicht, dafür ranken sich aber jede Menge Anekdoten und Geschichten um diese Torte: Da wurde anno dazumal zum Beispiel geschrieben, dass die Linzer Torte zu Kaisers Zeiten von einem Bad Ischler Konditormeister namens „Linzer“ erfunden worden sei. Andere Quellen berichten davon, dass einer der Leibköche des Salzburger Erzbischofs Firmian diese köstliche Torte kreiert haben solle und eine sehr abenteuerliche – und daher völlig falsche These – schreibt sie dem Ungarischen Meisterkoch Károly Gundel zu. Auch von einem Linzer Konditor namens Johann Konrad Vogel ist die Rede, der sie 1828 im Auftrag des Linzer Magistrats erschaffen haben soll.
Gegen all diese Legen spricht aber die Tatsache, dass die sogenannten „gerührten“ Torten aus mit Mandeln zubereitetem Bröselteig schon im 17. Jahrhundert bekannt waren und sogar in der ägyptischen Antike hat es ähnliche Rezepturen gegeben. Weil dieser Teig in Fachkreisen „Linzer Teig“ genannt wird, wird daher auch der Name abstammen.
Bis heute existieren zum Teil recht unterschiedliche Rezepte für diese Torte, in Mittelalterlichen Schriften wird man auf hunderte verschiedene Rezeptvorschläge stoßen - einige von ihnen sind sehr skurril und fordern Unmengen an Gewürzen (womit "Reichtum" bewiesen werden sollte).
Allen Linzer-Torten-Rezepten gemeinsam ist aber schließlich die Tatsache, dass sie sich – neben dem Teig – vor allem im Aussehen sehr ähnlich sind. Und diese Optik ist mit ihrem Gittermuster - das einen Blick auf die unter ihm befindliche Marmelade ermöglicht - derart markant, dass sie sogar hartnäckigen Tortenverweigerern bekannt sein dürfte.
Zahlreiche Linzer Konditorenfamilien können auf eine bis ins 17. Jahrhundert zurückreichende Ahnentafel verweisen und nicht wenige von ihnen nehmen das „Originalrezept“ für sich in Anspruch; drei der bekanntesten Erzeuger sind die Konditoreien Jindrak, Hofmann und Wrann.
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