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Mostviertler Birnen-Most

Österreich
Wein, Cidre & Co
Im Mostviertel gedeihen gut dreihundert verschiedene Birnensorten. Und ganz dem Namen der Region entsprechend, weiß man daraus vorzüglichsten Obstwein bzw. Most zu kreieren.

Die Geschichte der Obstbäume im Mostviertel reicht zurück bis in die Steinzeit. Unveredelt, klein und verschrumpelt waren sie Teil eines flächendeckenden Laubwaldes, in dem schon frühe Nomadenstämme die herben Früchte sammelten. Später waren es dann die Römer, welche die meist kümmerlichen Bäumchen veredelten und in prachtvolle Obstbäume verwandelten. Über die Jahrhunderte entstand so ein riesiges Obstbaumgebiet, in dem heute auf mehr als 1 Million Bäumen gut dreihundert verschiedene Birnensorten gedeihen – eine weltweit einzigartige Vielfalt.

Unterschieden werden die Birnen in Speisebirnen, Mostbirnen und Kletzenbirnen, welche eine Spezialität der Region darstellen. Die Mostbirne unterscheidet sich vom übrigen Mostobst durch einen hohen Gerbstoffgehalt, eine überdurchschnittlich hohe Saftausbeute und ihre fruchtige Süße, zudem hat sie eine geringere Säure, als z.B. die Mostäpfel. Ein Großteil der heute sehr ertragreichen Mostbirnbäume ist ca. 100-150 Jahre alt und bringt bis zu 1000kg Früchte/ Baum. Rund ein Drittel der Mostbirnen wird dann von ca. 1000 bäuerlichen Betrieben auch zu „Mostviertler Birnenmost“ verarbeitet, wobei alle Rohstoffe im angegebenen geographischen Gebiet ihren Ursprung haben müssen und auch die Produktion dort stattzufinden hat.

Der heute verwendete Name „Mostviertel“ ist aber weder eine amtliche, noch eine kartographische Bezeichnung, sondern ein traditionell gebräuchlicher Begriff für den südöstlichen Teil von Niederösterreich, in dem der Most eine wirtschaftliche wie auch traditionelle Bedeutung als regionale Spezialität hat. Das für die Mostbirnbäume hervorragend geeignete Gebiet (vorwiegend Braunerde und Braunlehme mit entsprechender Tiefgründigkeit, hohe Luftfeuchtigkeit und reichhaltige Niederschläge (800-1500mm/ Jahr) wird allgemein geläufig als von der Donau bis zu den Alpen und von der Enns bis zum Wienerwald reichend verstanden. Somit gehören die Bezirke Amstetten, Scheibbs, Melk, Lilienfeld, Tulln, St. Pölten-Land und Teile von Wien-Umgebung zum Mostviertel, Europas größtem Birnmostgebiet.

Die Landschaft des Mostviertels ist nach wie vor von einer bäuerlichen Landwirtschaft geprägt, die sanften Hügeln sind mit Obstbäumen überwuchert, dazwischen thronen teils riesige Vierkanthöfe mit ihren Mostkellern und Presshäusern.


Was ist denn überhaupt Most?

Most ist grundsätzlich der vergorene Birnen- oder Apfelsaft, welcher nach österreichischem Weingesetz auch „Obstwein“ genannt werden darf, im Mostviertel haben hierfür die Mostbirnen einen Anteil von 70-90%. Hergestellt wird dieser „Birnmost“ aus eben genannten Mostbirnen, das sind jene Birnensorten, die sich aufgrund ihres adstringierenden Phenolgehaltes nicht zu Speisezwecken eignen.

Der berühmte „Mostviertler Birnmost“ wird also durch Fassgärung des aus Mostbirnen gewonnenen Presssaft hergestellt, ist dabei vollständig durchgegoren, klar, ohne jegliche Trübung und weist – je nach verwendeten Mostbirnensorten – eine rötlichgelbe, goldgelbe, hellgelbe bis grünlich-gelbe Färbung auf. Besonders charakteristisch für die hier hergestellten Moste ist ihr fruchtig, reintöniger Geschmack.

Zudem ist der „Mostviertler Birnmost“ ein traditionell, in bäuerlichen Betrieben hergestellter Birnenwein, dem kein Fruchtsaftkonzentrat oder Apfelsaft zugesetzt werden darf, wie das in anderen Gegenden üblich ist.

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