Menschen

Retzer Salzgurken

Österreich
Gemüseverarbeitung  Konserven
erfrischend würzig!

Einst standen sie in fast allen Städten des ehemaligen k. u. k Reiches, die Gurken-Verkäufer mit ihren Leiterwägen, auf denen sich die Holszfässer mit herrlich-pikanten, saftig-grünen und einzigartig schmackhaften Salzgurken befanden. Um wenige Schillinge waren sie käuflich und schon der erste Biss ins saftige Fruchtfleisch erfrischte ungemein. Beim Reinbeißen war allerdings Vorsicht geboten, denn der herausspritzende Saft benetzte liebend gerne auch das Obergewand. Heute sind die „fahrenden Händler“ mit ihren Wägen weitestgehend verschunden, doch das Salzgurkerl ist geblieben und erfreut sich nach wie vor allergrößter Beliebtheit – und die Salzgurken aus der Gegend um Retz, jenem berühmten Weinort im nördlichen Weinviertel, galten schon in der "guten alten Zeit" als die schmackhaftesten.

Das schöne an den Salzgurken ist, dass sie zu den Lebensmitteln gezählt werden dürfen, an denen man sich nicht „überfrisst“, denn nach einer oder maximal zwei Stück hat man einfach genug, so gut sie auch schmecken! Ihr Geschmack ist einfach derartig intensiv, dass man gar nicht mehr will...
Eine Salzgurke darf keineswegs mit einer Essiggurke gleichgestellt oder gar verwechselt werden, denn eine Salzgurke wird ausschließlich mit Salz konserviert, wobei keine weiteren Säuerungsmittel, wie Essig oder Zitronensaft verwendet werden. Während das Essiggurkerl viele „einfache“ Gerichte, wie Wurstsemmeln, Käsebrote oder diverse Aufstriche geschmacklich veredelt, so ist die störrische Salzgurke eher ein Einzelgänger und bleibt lieber für sich allein.
Was genau macht aber das Geheimnis der Retzer Salzgurken aus? Nun, neben dem angesprochenem, sehr individuellen Geschmack sicherlich auch der Mythos von der viel zitierten „guten alten Zeit“, wo man – vornehmlich an heißen Tagen – im Wiener Prater, am Wochen-Markt oder eben beim Gurkenmann mit dieser Köstlichkeit erfreut wurde. Das optische Erscheinungsbild kann in diesem Fall eher vernachlässigt werden. Wichtig hingegen ist der Biss, der Gurken. Und damit dieser stimmt werden ganz besondere Gurken ausgewählt, schön warzig sollten sie sein, wie etwa die Stachelgurken.
Ein Sommer ohne Salzgurken ist demnach auch heute noch für viele Österreicher - vor allem Wiener - undenkbar und an gut sortierten Würstelständen stehen sie stolz neben ihren Artverwandten, den Essiggurken. Besonders gut schmecken sie natürlich frisch aus dem Fass (wie etwa beim berühmten Gurken-Leo am Naschmarkt, dessen Familie einst einer der größten Salzgurken-Produzenten in Zeiten der ehemaligen K.u.K.-Monarchie war), ansonsten sind aber auch die handelsüblichen Glaskonserven mit "Retzer Salzgurken" wirklich ausgezeichnet. Das Schöne an den Retzer Salzgurken im Glas: sie werden auch einzeln, stückweise in Gläser abgefüllt angeboten ... damit man sich eben nicht "überisst"!
x
x
x

Warenwert :