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Riesen von Aspern

Österreich
Gemüse (frisch)
​Star unter den Wiener Gemüse-Sorten ist der "Riese von Aspern" – eine alte, besonders geschmackvolle Radieschen-Sorte.

Sie sind eine echte Seltenheit, nur vier bis fünf Wochen im Jahr am Markt erhältlich und für Gemüseliebhaber eine echte Wiener Spezialität: Die großknollige Radieschensorte „Riesen von Aspern“. Über die Herkunft dieses gar edlen Namens gibt es nur mündliche Überlieferungen. Gärtner aus dem Gebiet rund um Aspern haben sich besonders auf die Selektion von größer wachsenden Radieschen mit homogenem, weißem Fruchtfleisch für die regionalen Märkte spezialisiert, woraus sich die Bezeichnung „Riesen von Aspern“ abgeleitet haben sein soll.

Doch woher die fürstlich klingende Bezeichnung auch stammt, die „Riesen von Aspern“ machen ihrem Namen jedenfalls alle Ehre: Sie sind echte Riesen, die trotz Knollendurchmesser von bis zu 6,0 cm mit butterzartem weißen Fleisch, Saftigkeit und dezenter Schärfe punkten. Ein weiterer Pluspunkt ist das schnelle Wachstum der „Riesen von Aspern“ – sie eignen sich deshalb hervorragend als Zwischenkultur und für den frühen Freilandanbau.

Anders als ihr Name allerdings vermuten lässt, werden die „Riesen von Aspern“ in Aspern (Bezirk Donaustadt) nur vereinzelt kultiviert – das Hauptanbaugebiet liegt im Bezirk Simmering.

Die größte Besonderheit der Riesenknollen? Die Riesen von Aspern werden aus den von den Gärtnern selbst vermehrten und geernteten Samen gezogen (und nicht aus Hybriden, die keine keimfähigen Samen mehr produzieren) - im Erwerbsanbau heute eine wirkliche Seltenheit.


Geschichte


Radieschen allgemein:

Als Heimat des Radieschens wird der asiatische Raum, im Besonderen der Nahe Osten oder China vermutet. Schon den alten Ägyptern und Griechen waren sie bekannt und auch in alten chinesischen und japanischen Ziergärten wurde das Radieschen angebaut. In Europa sind radieschenartige Formen erstmals aus dem 16. Jahrhundert in Frankreich bekannt, von wo aus sie sich in ganz Europa ausbreiteten.


Radieschenanbau in Wien:

Das Alter der Sorte ist schwer exakt zu bestimmen - die Wiener Gärtner sprechen von etwa 100 Jahren. In alten Samenkatalogen aus dem Jahre 1900 sind bereits die beiden Hauptformen des Wiener Radieschens die „scharlachrothen“ (heutige „Wiener Rotes Treib“) und die „kaminroten“ (heutige „Riesen von Aspern“) erwähnt.

Erstmals angemeldet wurde sie 1939/40 in der Reichssortenliste und schon seit 1951 sind die „Riesen von Aspern“ in der österreichischen Sortenliste eingetragen. Heute wird die Sorte Riesen von Aspern in der österreichischen Liste für Seltene landwirtschaftliche Kulturpflanzen des österreichischen Lebensministeriums geführt.


Tipp: mit Schnittlauch auf geräucherte Herings- oder Makrelenfilets schnippeln, einen Eidotter (roh!) darauf legen, Vollkornbrot mit Butter dazu. So schmecken die Riesen unvergleichlich gut!

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Warenwert :