Menschen

Steirische Maroni

Österreich
Nüsse, Kerne, Samen, Kastanien etc.
Unverzichtbar für den "Leikauf"

Wenn der Winter Einzug hält, findet man in vielen Städten und Ortschaften Maronibräter, jene kleinen Buden, die über Holzkohle gebratene Maroni anbieten. Jung und Alt erfreuen sich gleichermaßen an den aromatischen Esskastanien, die nicht nur die Seele sondern auch die Finger in den Taschen zu wärmen vermögen. Den wenigsten wird allerdings bekannt sein, dass die Maroni nicht nur jene geliebte rustikale Romantik vermittelt, sondern über Jahrhunderte ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung vieler Alpenländischer Regionen darstellte, ohne den vielerorts Hunger geherrscht hätte. Nicht selten wurde den Kindern im Herbst zusätzliche Ferien zugestanden, damit sie beim Sammeln der Kastanien helfen konnten; ohne einen reichhaltigen Vorrat wäre man nicht über die karge Winterzeit gekommen.

Zentrum der Alt-Österreichischen Kastanien war sicherlich Südtirol und mit dem Verfall der Donaumonarchie ging dieses wichtige kulinarische Element verloren. Doch war Südtirol keineswegs die einzige Alt-Österreichische Kastanien-Metropole, denn auch in der Steiermark war – und ist bis heute – die Edelkastanie sehr beliebt. Sie bildet in der grünen Mark sogar den Mittelpunkt eines sehr traditionellen Festes, das den Namen „Leikauf“ trägt. Es handelt sich hierbei um einen volkstümlichen Brauch unter dem man früher nichts anderes als das obligate „Lesemahl“ verstanden hat, das nach dem anstrengenden Pressen der Trauben abgehalten wurde. Als Dankeschön tischten die Winzer den Erntehelfern sogenannte „Pressgänse“ auf, ließen Musikanten aufspielen und es gab Kastanien, die über offenem Feuer geröstet wurden. Dazu floss naturgemäß der Wein in Strömen.

Tatsächlich bilden der in der Weststeiermark verbreitete Schilcher und die Maroni eine einzigartige lukullische Allianz, denn der rassige Wein harmoniert – vor allem noch als „Sturm“ – hervorragend mit den süßlichen Maroni.

Doch die Edelkastanien erfreuen sich nicht nur gebraten außerordentlicher Beliebtheit, auch in der Küche wird sie gerne verwendet und zu zahlreichen kulinarischen Spezialitäten verarbeitet. Am bekanntesten sind sicherlich der sogenannte Kastanienreis, glasierte Maroni als Beilage zu Wildgerichten und die mit Edelkastanien gefüllte Weihnachtsgans.

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