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Uhudler

Österreich
Wein, Cidre & Co
die (un)geliebte Südburgenländische Weinspezialität

Was ist der Uhudler?

Der Uhudler ist ein Naturwein, der aus unveredelten Reben – Direktträgern (wurzelechte Rebstock, die auf eigenen „Wurzeln“ wächst und nicht auf andere Wurzelstöcke aufgepropft wurde) – gewonnen wird. Diese Direktträger wurden während der großen Reblauskatastrophe zwischen 1860 und 1920 aus Amerika eingeführt, da sich zeigte, dass sie gegen den Schädling resistent sind. Und so wurden die empfindlichen europäischen Rebsorten auf die wiederstandsfähigen Wurzeln der amerikanischen Direktträger aufgepropft.
Aufgrund der reblausresistenten Eigenschaften braucht der Uhudler-Weingarten nicht gespritzt werden und bedarf auch keiner weiteren speziellen Pflege. Es handelt sich also um einen vollkommen naturbelassenen Wein, dem Bio-Wein schlechthin.
Beim typischen Uhudler handelt es sich meist um einen Verschnitt von mehreren Rebsorten, im allgemeinen sind dies Isabella, Concord, Ripoteller, Noah und Dellaware. Da jeder Winzer seinen eigenen Verschnitt praktiziert, schmeckt der Uhudler auch bei jedem Winzer anders.
Selten findet man noch den sortenrein ausgebauten Noah, andere reinsortige Uhudler gibt es praktisch nicht mehr.
Der Uhudler-Wein ist ein fruchtiger, säurebetonter Wein mit typischen Aromen von Weißdorn, Walderdbeere und Himbeere.
Die Farbe variiert je nach Sorte und Herkunft vom blassen Stroh- bis Hellgelb, bei weißen Uhudler. Zartes Rosa oder Violett, helles Kischrot bis zu Ziegelrot kann die Farbpalette der roten Sorten hervorbringen.
Den eigentlichen Reiz an der Sache macht eigentlich der säurebetonte Abgang aus, der einen gut gekühlten Uhudler zum perfekten Sommerwein werden lässt.

Woher stammt der eigenwillige Name?

Dazu gibt es zwei überlieferte Geschichten. Die eine besagt, dass der Name von einem Tongefäss stammt, einer Art Plutzer (siehe Abbildung) mit zwei Löchern. Das eine war zum Trinken bestimmt, das andere dazu dass Luft nachströmen konnte, damit es beim trinken nicht so blubbert.

Doch wahrscheinlicher dürfte folgende sein: Die zweite Legende erzählt von den Männern, welche nach der harten Arbeit im Weingarten und Keller oft über Nacht oder nicht selten sogar eine ganze Woche in selbigen blieben und während der Freizeit „ab und an“ zu tief ins Glas geschaut haben. Man kann sich leicht vorstellen, wie die Herren ausgeschaut haben, als sie nach Hause kamen; mit schwarzen Ringen unter den vergrößerten Augen! Die leicht erzürnten Ehefrauen grüßten mürrisch: “Wo woast scha wieda so laung?! ... und schaun tuast wie a Uhu!“ Daraus entstand wohl im Laufe der Zeit der Name „Uhudler“


Wo befindet sich das Uhudler-Land?

Die klassische Uhudler-Gegend ist das Südburgenland mit den Bezirken Güssig und Jennersdorf. Zentrum ist sicherlich Heiligenbrunn mit seinen wunderschönen alten Kellern, die zum großen Teil unter Denkmalschutz stehen. Die meisten dieser Keller und alten Presshäuser sind noch aus Holz gebaut und mit Stroh gedeckt. Doch im Gegensatz zu vielen anderen derartigen Kleinoden ist die Kellergasse von Heiligenbrunn nicht zu einem Freilicht-Museum verkommen, sondern nach wie vor voll in Betrieb und bei fast jedem gibt es einen Uhudler zu kosten!

Weil aber nicht nur in Heiligenbrunn der köstliche Uhudler erzeugt wird, sondern auch in vielen anderen Gegenden der Weinidylle Südburgenland, haben sie sich alle zum „Verein der Freunde des Uhudler“ zusammen geschlossen und vermarkten unter einem einheitlichen Etikett, jeweils mit dem Namen des Erzeugers. Nur wenn die Weine eine strenge Prüfung bestehen, dürfen sie diese Etikette tragen und sich „Uhudler“ nennen. Der Name ist übrigens geschützt und nur für das Südburgenland zugelassen!

Neben den besagten Gemeinden Güssing und Jennersdorf gehören auch noch Strem, Mogersdorf, Eberau, Königsdorf, Inzenhof, Tschanigraben, Großmürbisch, Kleinmürbisch und Kukmirn – neben einigen anderen Gemeinden – dem Verein an.

Beim Verkosten der unterschiedlichsten Uhudler kann man eine unglaubliche Vielfalt erschmecken, die den Gaumen fasziniert!

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