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Waldviertler Blondvieh

Österreich
Fleisch
Das einfärbig hellrote bis semmelblonde Waldviertler Blondvieh hat sich ideal an das raue Klima im Norden Niederösterreichs angepasst. Das äußerst zarte, saftige und fettarme Fleisch besticht durch seine natürliche Geschmacksintensität.

Schon früh sicherten die Rinder das menschliche Überleben, als Milch- und Fleischlieferant aber auch als nützliche Arbeitskraft, wie zum Beispiel im Ackerbau als Zugtiere. Um die jeweilige Nutzung zu optimieren, wurden die verschiedenen Rinderrassen in Hinblick auf die jeweilige Verwendung gezüchtet.

Woher genau das Waldviertler Blondvieh stammt ist umstritten. Möglich ist, dass sich die Rasse aus der Vermischung des altillyrisch-keltischen Rindes mit dem ungarischen Steppenrind entwickelte. Anderseits könnte das Blondvieh aus der Vermischung aus altillyrischen-keltischem Rind mit Frankenvieh und regelmäßiger Einkreuzung von Mürztaler und Mariahofer entstanden sein. Ebenso sollen Grauvieh sowie Böhmisches Scheckenvieh und Simmentaler aus der Schweiz an der Entwicklung beteiligt gewesen sein.

Bis um 1900 war das Waldviertler Blondvieh im und um das Alpengebiet weit verbreitet. Die Tiere trugen nicht nicht zur Landschaftspflege bei, sondern galten als eine beliebte Spezialität. Besonders auf den reichlich gedeckten Tafeln der höheren Gesellschaft fand man das Fleisch des Blondviehs und auch für den für Kaiser Franz Josef I. zubereiteten Tafelspitz soll das Rind Verwendung gefunden haben.

Ab den 60er Jahren änderten sich die Anforderungen an Rinder. Schnelles Wachstum, Quantität und starke Leistung rückten in den Vordergrund. Das leistungsmäßig überlegene Fleckvieh verdrängte das Waldviertler Blondvieh weitgehend, nur noch einige wenige Restbestände wurden aufrechterhalten.

Ausgezeichnete Qualität aus der Region

Das idyllische Waldviertel ist gekennzeichnet durch seine kleinen bäuerlichen Höfe, die ihre Wiesen rund um den Bauernhof haben und die grasenden Rinder, die sich auf den meist in Hanglage befindlichen Weideflächen an den aromatischen Pflanzen satt essen. Nicht nur, dass die Artenvielfalt an Kräutern und Gräsern im Grünfutter die Basis für den einzigartigen Geschmack des Fleisches und der Milch liefert, die Viehhaltung auf diesen steilen Weiden verhindert das Aufkommen von Sträuchern und Wäldern, womit ein wichtiger Beitrag zur Aufrechterhaltung der Waldviertler Landschaft geleistet wird. Die umgänglichen und widerstandsfähigen Tiere haben sich futtermäßig und klimatisch optimal an die regionalen Bedingungen angepasst.

Mit 20 bis 24 Monaten werden die Tiere, die nicht für die Zucht vorgesehen sind, geschlachtet. Durch das langsame Wachstum auf den Weiden ist das Fleisch des Waldviertler Blondviehs zarter und marmorierter als übliches Rindfleisch und zeichnet sich beim Kochvorgagng durch eine kurze Garzeit aus. Neben dem dunklen und intensiven Fleisch, ist auch die Milch besonders bekömmlich, was ebenfalls auf den langsamen Reifungsprozess und der gemäßigten Gewichtszunahme zurückzuführen ist. Das aromatische Fleisch eignet sich besonders für die Zubereitung von Zwiebelrostbraten, Kesselgulasch und Kalbsschnitzel. Wer – so wie einst Kaiser Franz Joseph I. – einen delikaten Tafelspitz zu sich nehmen möchte, der wird mit dem Waldviertler Blondvieh eine ausgezeichnete Wahl treffen.

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Warenwert :