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Wildschönauer Krautingerrübe

Österreich
Gemüse (frisch)

Ein vitaminreiches Energiebündel ist sie, die Wildschönauer Krautingerrübe, eine weiße Stoppelrübe, die in ebendiesem Hochtal über dem Tiroler Unterland, einem der schönsten Hochtäler Europas, soviel ist sicher, angebaut wird. Hier atmet man mit jedem Schritt und jedem Bissen Tradition pur: Über 200 bäuerliche Familienbetriebe sorgen mit ihrem Fleiß für eine gepflegte Landschaft und bewirtschaften Almen bis zu einer Seehöhe von 2000 Metern.


Geschichte des Rübenstars

Die ältesten europäischen Samenfunde der Stoppelrübe stammen aus steinzeitlichen Siedlungen des nördlichen Alpenvorlandes. Im altertümlichen Griechenland und Rom war die Stoppelrübe eine wichtige Anbaupflanze. Einer der bedeutendsten Hinweise für die große Wichtigkeit der Stoppelrübe als Feldfrucht ist die Abbildung im „Wiener Dioskurides“, ein byzantinisches Werk aus dem Jahr 512 n. Chr., verfasst für Prinzessin Anicia Juliana. Die Rübe (Brassica rapa ssp. Rapa) war in den Alpenregionen viele Jahrhunderte lang eine äußerst bedeutende Feldfrucht. Hauptsächlich fand sie als Nahrung und als Futtermittel Verwendung. Häufig ist in den alpinen Regionen die Rübe auf Familienwappen zu finden, was auf ihre große Bedeutung hinweist.

Im Kräuterbuch des Otto Brunfels von 1532 ist erstmals dezidiert die „Herbstrübe“ abgebildet. Da sie zu jener Zeit offenbar die am meisten gegessene Rübenart war, nannte man sie schlichtweg 'die Rübe'. Die Mai- oder Herbstrübe war zur damaligen Zeit üblicher Bestandteil der Dreifelderwirtschaft und bis zum Kartoffelanbau eine der wichtigsten Hackfrüchte.

Sie brachte gerade der ländlichen Bevölkerung in höher gelegenen Regionen wie der Tiroler Wildschönau vor allem im Winter willkommene Abwechslung am kargen Speisezettel. Besondere Aufwertung erhielt die Stoppelrübe aus Tirol durch Kaiserin Maria Theresia. Sie setzte fest, dass Schnaps aus der „Krautinger“ nur in der Wildschönau und in sonst keinem Gebiet der Monarchie gebrannt werden durfte. Mit diesem Privileg legte die Monarchin den Grundstein für die Einzigartigkeit des bis heute hergestellten Destillates. Sogar im Dritten Reich wurde dieses Recht in Berlin 1942 bestätigt.


Bezug zur Region

Die Rübe ist eine genügsame Pflanze und stellt keine großen Ansprüche – für ein Hochtal wie die Wildschönau ist das Gemüse also bestens geeignet. Erst durch die milden Temperaturen und die häufige Niederschläge der Region entfaltet die Wildschönauer Krautingerrübe ihr einzigartiges Aroma und erst durch die Weitergabe des Wissens der Rübenbauern ist die Krautingerrübe so kostbar in ihrer Qualität und ihrem Geschmack, wie sie Gott sei Dank heutzutage ist.


Alleskönner

Als Destillat und auch zur Speckjause schmeckt die Wildschönauer Krautingerrübe als gehaltvolle und gesunde Rohkost: Von Rübenkraut, über Rübensuppe bis Rübentorte reicht das Angebot vieles Wildschönauer Gasthäuser.

Tipp: Zum Jahresablauf im Hochtal gehört eine besondere Woche Anfang Oktober: die Wildschönauer Krautinger-Woche. Kulturelle, musikalische, kulinarische und informative Veranstaltungen um die „Wildschönauer Krautingerrübe“ erfreuen Einheimische und Gäste.

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