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Zickentaler Moorochse

Österreich
Fleisch
Im Südburgenland, rund um das Naturschutzgebiet „Auwiesen Zickenbachtal“, leben die Moorochsen ganzjährig auf der freien Wiese und ernähren sich 24 Monate von den natürlichen Kräutern und Gräsern.

Das Halten von Rindern auf sogenannten Halt- oder Hutweiden (Land, das sich weder für die Heuproduktion noch als „Kuchlgarten“ nutzen lässt) hat in der Region Südburgenland eine jahrhundertelange Tradition. Im 20. Jahrhundert ging diese Weideform stark zurück, was den Aufwuchs der unbeliebten Goldrute und anderer Pflanzen, die die ursprüngliche für das Niedermoor typische Vegetation zurückdrängten. Im Jahr 1991 wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet ernannt.

Die gesamte Region ist gekennzeichnet durch Auwaldresten, Feuchtwiesen, Seggenriede und sanfte Hügel. Durch die Feuchtigkeit und den häufigen Überschwemmungen, konnte das Moor über die letzen Jahrhunderte nur wenig genutzt werden. Der „Kuchlgarten“ der Eisenhüttler Bauern war die einzige mögliche Nutzung der fruchtbaren Randgebiete. Heute haben Bauern von der intensiven Ackerbaunutzung auf eine extensive Beweidung umgestellt. Diese Art der Rinderzucht trägt zum nachhaltigen Schutz des größten Niedermoores des pannonischen Raumes bei, der Lebensraum zahlreicher einheimischer Vögel und zahlreichen anderen Tierarten. Die Klima- und Bodenverhältnisse führen zu zahlreichen Weiden mit aromatischen Gräsern und Kräutern wie etwa Sumpfsegge, Knabenkraut und Co. Diese Pflanzenvielfalt bildet die Basis für den hervorragenden Geschmack des Fleisches der Zickentaler Moorochsen.

Es handelt sich hierbei um Ochsen der Rassen Galloway, Aberdeen Angus sowie Kreuzungen beider Rassen, die sich aufgrund ihrer Weidefestigkeit und Genügsamkeit optimal für diesen Lebensraum eignen. Die männlichen Kälber kommen im Alter von 6 bis 8 Monaten von Züchtern aus dem nördlichen Weinviertel, Seewinkel und der Oststeiermark, vereinzelt auch aus Herden im südlichen Burgenland, auf die Wiesen rund um das Naturschutzgebiet. 24 Monate leben die Tiere dann im Freien und ernähren sich von den saftigen Weiden, fallweise bekommen die Ochsen Altheu und werden mit Mineralsalzlecken versorgt. Auch im Winter werden die Tiere bei entsprechend festen und trockenen Böden auf die Winterweide gebracht, wobei Heu und Grassilage aus eigener Produktion im Winterunterstand zur Verfügung stehen.

Ca. 50 – 60 Zickentaler Moorochsen werden in der Region jährlich geschlachtet und werden nach der Nachreifung verarbeitet. Eine lückenlose Dokumentation von der Geburt bis zur Schlachtung sichert die Qualität und garantiert ein Fleisch, das aufgrund des langsamen Wachstums der Ochsen besonders zart ist. Durch die regionale Flora erhält das Moorochsenfleisch seinen charakteristischen Geschmack und die kräftigere Farbe. Mit seiner feinen Marmorierung und einer gleichmäßig und reinen weißen Fettabdeckung bleibt das Fleisch auch nach dem schmoren schön saftig. Und auch das zartes Steak vom Zickentaler Moorochsen ist eine fleischige Gaumenfreude, das mit ein paar frischen Kräutern verfeinert einem kulinarischen Gedicht gleicht.

Ein wahrer Genuss ist der luftgetrocknete Moorochsenschinken. Vier Monate reift der zarte und mild gesalzene Schinken in der Klimakammer zu einer regionalen Spezialität heran. Zudem verleiht das Fleisch des Ochsen den verschiedensten Würsten sowie dem Burgenländer Leberkäse ihren besonderen Geschmack.

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