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Armenien

Armenien Staat
​Gehaltvolle Süßspeisen, Lammgerichte und rund 300 verschiedene Wildkräuter in über 1.000 Metern Höhe: Armenien bittet zu Tisch.

Inmitten der Bergketten des Kleinen Kaukasus, zwischen der Türkei, Georgien, Iran und Aserbaidschan, liegt Armenien – ein Land, das sich zu 90 Prozent auf über 1.000 Metern Höhe erstreckt. Erst seit 21 Jahren ist das Land unabhängig, bis 1991 gehörte es zur Sowjetunion. Der Staat ist so groß wie Belgien, aber nur dünn besiedelt: So lebt von ins-gesamt drei Millionen Einwohnern circa eine Million allein in der Hauptstadt Jerewan.

Dolma (gefüllte Weinblätter), Tzhvzhik (geschmortes Rinderherz und Rinderleber), Blinchick, geräucherten Käse, Tan (Mischung aus Joghurt und Wasser, gesalzen), Lahmajo (Crepes mit Hackfleisch-Belag), Ishli qufta (gefüllte längliche Pastete), Lachmatschun (eine Art armenische Lammfleischpizza) und Alani (kandierter Pfirsich mit Nüssen): Armenien besticht mit köstlichen Gerichten und gewinnt selbst widerspenstigste Gourmetgaumen für sich.

Man sagt, die Armenier drücken Ihre Liebe in der Küche aus, und jeder, der einmal in Armenien so richtig getafelt hat, wird dem zustimmen. In der armenischen Küche fusionieren östliche und westliche Düfte und Geschmäcker in frischem Gemüse, Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Gewürzen und Bergkräutern zu einer einzigartigen Cuisine. Und diese zählt zu den ältesten Küchen der Welt und ist überhaupt die älteste in der gesamten Transkaukasus-Region. Die Entwicklung der armenischen Küche begann schon 1000 Jahre vor Christus mit dem Entstehen des armenischen Volkes und vereint heute Einflüsse aus anderen Kaukasus-Küchen, der Mittelmeerküche und aus Osteuropa, außerdem einige Einflüsse vom Balkan.

Brot als Zentrum der Kulinarik

Brot ist das wichtigste Nahrungsmittel in Armenien. Das zeigt sich bereits allein daran, dass man im Armenischen die Vokabeln "frühstücken", "zu Mittag essen" und "zu Abend essen" mit dem Ausdruck "Brot essen" ersetzt. Das typische armenische Brot ist das "Lawasch", ein sehr dünnes Fladenbrot aus Mehl, Wasser und Salz. Traditionell wird es in einem "Tonir" gebacken, einem speziellen Ofen aus Ton, in dessen Mitte ein Feuer brennt. Der dünn ausgerollte Lawasch-Teig wird an die Wände des Ofens geklebt und gebacken, bis er Blasen wirft. In den Dörfern Armeniens wird Lawasch oft auf Vorrat gebacken und dann getrocknet: In mehreren Lagen aufgetürmt und abgedeckt hält es sich einige Monate.

Fisch und Fleisch und Obst

Neben Brot kommt gegrilltes und gebratenes Schweinefleisch, Rindfleisch und Lamm auf den Tisch. Auch Fisch ist sehr beliebt in Armenien. In der Vergangenheit ließen sogar armenische Fürsten extra Teiche ausheben, die so genannten "Tsknatesanks", um darin Fische wie z.B. Forellen zu züchten. Daneben liefert die armenische Landwirtschaft eine fast unüberschaubare Vielfalt an frischem Obst und Gemüse wie z.B. Aprikosen und Pfirsiche, die beide ihren Ursprung in Armenien haben und im 4. Jahrhundert v.Chr. von Alexander dem Großen nach Griechenland gebracht wurden, von wo aus sie nach Rom kamen. Vor allem die Aprikose, die Königin der Früchte und die beste Arznei für das Herz, ist Armeniens Frucht-Trumpf, erhält sie hier doch einen Geschmack, den zu übertreffen kaum ein anderes Land vermag. Armenien ist wahrlich ein Eldorado für den Gemüse- und Obstanbau: Kirschen, Äpfel, Trauben, Feigen, Granatäpfel, Birnen, Quitten, Pflaumen, Orangen, Zitronen, eine große Vielzahl an Melonen, Kürbisse, Auberginen, Tomaten, Paprika, Gurken, Kohl, Zwiebeln, Kartoffen, Karotten, Erbsen, Bohnen, Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse sind hier eigen.

Reich der Wildkräuter

Eine weitere Besonderheit der armenischen Küche ist die reichliche Verwendung von Kräutern und Wildpflanzen. Neben traditionellen Kräutern wie Thymian, Rosmarin, Petersilie und Salbei verwendet die albanische Küche fast 300 Wildpflanzen und Wildkräuter, von denen man einige in europäischer Küchenmanier nur als Unkraut kennt. Zu den bekannteren Wildpflanzen zählen Wasserkresse, wilder Spinat und wilder Kopfsalat.

Wiege des Weins

Armenien gilt als das Mutterland des Weinbaus. Der Legende nach soll Noah nach der Sintflut den ersten Weinstock auf dem Berg Ararat gepflanzt haben. Armenischer Wein war sehr beliebt in der Antike und noch heute findet man an archäologischen Ausgrabungsstätten Gefäße, in denen Wein aus Armenien transportiert und gelagert wurde. Auch heute noch spielt der heimische Wein eine große Rolle in der armenischen Tischkultur, ebenso wie die über ein Dutzend Weinbrände, die in Armenien produziert werden und von denen sich einige nicht vor ihren berühmten französischen Kollegen verstecken müssen. Außerdem werden in Armenien einige sehr gute Biere gebraut wie z.B. die Marken Kilikia, Kotayk und Erebuni.

Das wichtigste Geheimnis, was das armenische Essen zu so einem besonderen kulinarischen Erlebnis macht, ist die Liebe, mit der die Gerichte gekocht werden – und natürlich die außergewöhnlichen Kräuter, die einen den Geschmack der armenischen Gerichte nie mehr vergessen lässt.

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