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Belgien

Belgien Staat
Schokolade, Waffeln, Bier und Fritten

Majestätische Wälder und romantische Flusstäler in Wallonie, Jugenstilstraßenzüge und barocker Grand Palace in Brüssel, "cool capital" Antwerpen, mittelalterliches Brügge-Juwel und wachgeküsstes Gent in Flandern: Das aus drei Regionen bestehende kleine Belgien hat für sich in Anspruch genommen, das Land mit den meisten Michelin-Sternen in Relation zu seiner Einwohnerzahl in Europa zu sein. Schon allein das zeigt, das Kochen und Genießen in diesem Land der Feinschmecker mit Rufzeichen versehen werden.

Was wäre Belgien kulinarisch ohne die berühmte belgische Schokolade und die noch viel berühmteren belgischen Waffeln? Nicht zu vergessen auch die über 300 belgischen Biere, das Nationalgemüse Chicoree (Unbedingt geschmorten Chicoree mit Ardennerschinken umwickelt verkosten!), Traditionsgerichte wie „Waterzooi“ (Wassersuppe – Fisch- oder Fleischeintopf), Miesmuscheln mit Pommes Frites oder Kaninchen in Rotwein, oder die Unzahl delikater Käse, die besonders gerne als Dessertkäse in Form von Passendale, Beauvoorde, Lo, Wijndendale, Limburger Ziegenkäse, Mandjeskäse, Ätte oder Buttermilchkäse daherkommen. Ja, Belgien ist wahrlich ein Land der vielen Genüsse.

Üppig, deftig und opulent, so könnte man Belgien auch zusammenfassen, wenn es um die Beschreibung der belgischen Küche geht. Sie ist stark von der französischen beeinflusst, hat aber im Laufe der Zeit eine eigenständige Tradition entwickelt, die ihren Kompass klugerweise vor allem auf eines setzt: Regionalität und Saisonalität. So werden die Speisekarten und die häusliche Küche an der Küste von Muscheln und Fischen geprägt, in den Ardennen setzt man auf Wild und im Norden gibt es ganz eigene Spezialitäten. Dabei hält sich Belgien an die bekannte Formel: Aller guten Dinge sind drei. Denn genau drei Sprachgemeinschaften und drei Regionen sind es auch, die in Belgien das Zepter… äh den Kochlöffel schwenken: Wallonie, Brüssel und Flandern.

Brüssel – frankophon und süß, süß, süß

Heimat der Nougat-Pralinen in Form von Meeresfrüchten, der Brüsseler Waffeln und der zweimal frittierten und zweimal so kross-knusprig-leckeren Pommes frites: Die Frage, ob Brüssel eine Reise wert ist, stellt sich gar nicht erst: ein kulinarisches Wunderland par excellence.

Schon bei einem Spaziergang durch Brüssels Altstadt taucht man ein in die belgisch-traditionelle Lust am Essen: Von der Rue Chair et Pain (Fleisch- und Brotstraße) biegt man direkt in die Rue du Marché aux Herbes (Kräuterstraße) und von dort aus geht es direkt weiter in die Rue des Harengs (Heringsstraße). Das gastronomische Angebot Brüssels könnte nicht weiter gefächert sein: Neben der rustikal-bodenständigen Küche besteht ein reger interkultureller kulinarischer Austausch in der europäischen Hauptstadt. Vor allem Einflüsse aus der orientalischen und asiatischen Küche machen sich in vielen Restaurants bemerkbar und lassen ausgefallene Kreationen entstehen. Besonders zu empfehlen: Die Küche des Restaurants Belga Queen hat sich ganz der belgischen Küche mit all ihren regionalen Spezialitäten und Besonderheiten verschrieben. Allein 37 verschiedene Biere aus den unterschiedlichsten Regionen stehen auf der Getränkekarte. Auch viele Gerichte werden, typisch belgische Bierliebe, mit dem bevorzugten Getränk der Belgier zubereitet, zum Beispiel „Lapin à la Gueuze“, in Bier geschmortes Kaninchen.

Wallonie und Ardennen – französisch angehauchter kulinarischer Zauber

Eine ausgedehnte , französischsprachige Landpartie durch den Süden Belgiens ist ein Fest für alle Sinne. Fernab der Großstadthektik lässt sich hier noch Natur und Tradition erleben, das hat man sich in Wallonien auch wirklich zum Programm gemacht: „Les plux beaux villages de Wallonie“ (Die schönsten Dörfer der Wallonie) nennen sie sich, und der Name verspricht nicht zu viel: 22 Dörfer haben sich zu diesem Bund zusammengeschlossen und verpflichten sich damit, die historische Authentizität ihrer Dörfer zu erhalten. Präsentiert werden dabei auch die jeweiligen Köstlichkeiten, mit der die einzelnen Dörfer aufzutrumpfen verstehen. Da gibt es zum Beispiel das Ardenner Wild und den Ardenner Schinken. Letzterer darf nur über Feuer mit Sägemehl oder Ästen mit Blättern geräuchert werden und bekommt so sein ganz besonderes Aroma – wärmste Empfehlung! Versuchen sollte man es aber auch auf jeden Fall mit dem Herver Käse. Dieser Käse mit der lustigen quadratischen Form ist ein echtes Traditionsprodukt und bekannt für seinen kräftig-pikanten Geschmack. Und auch für die Süßen unter uns hat Belgiens Süden eine echte Leckerei im Angebot: Lütticher Sirup ist ein Brotaufstrich aus Birnen und Äpfeln, der auch gerne zu Käse gegessen wird.

Und apropos Ardennen: Ob bodenständig-rustikal oder doch lieber die etwas gehobenere Küche, hier ist für jeden etwas dabei. Die köstlichen Wildgerichte werden typischerweise mit regionalen Zutaten zubereitet: Direkt aus dem Wald kommen frische Pilze auf den Tisch, dazu gibt es gerne Apfelgelee oder Preiselbeeren. Passend zur Herbstsaison werden als Beilage oft Kastanien und Kürbis gereicht.

Flandern – der eigenständige Norden

Bereits der flüchtige Blick auf eine beliebige Speisekarte zeigt: Fisch und Fleisch halten sich die Waage. Täglich wird der Fang einheimischer Fischer zu den Spezialmärkten in Oostende, Nieuwpoort und Zeebrugge gebracht. Scholle, Seezunge und Garnelen kommen aus den eigenen Küstengewässern, Kabeljau, Schellfisch und Hering aus der hohen Nordsee. Muscheln und Austern werden aus Frankreich und Zeeland importiert, stammen jedoch zunehmend auch aus einheimischer Zucht. Für ausländische Gaumen besonders apart: Fisch oder Muscheln in Bier oder mit Käse.

Was die Fleischgenüsse der flämischen Küche anbelangt, so kennt die Vielzahl keine Grenzen: Rind (die feinste Rasse ist das einheimische Blanc-bleu belge), Schwein, Pferd, Kaninchen und Huhn sowie die einheimischen Wildarten Ente, Hase und Fasan - auch sie werden oft – natürlich, wie sollt es anders sein – in Bier geschmort. Dazu werden Kartoffeln serviert, von mehligen Salzkartoffeln über sahniges Püree bis zu knusprigen Kroketten und (natürlich!) Pommes frites. Und Gemüse? Nun, obwohl Flandern ein großer Produzent von Obst und Gemüse ist, kommt davon nur wenig auf den Tisch. Ausnahmen wie Spargel und Chicoree oder die himmlischen Léopold-Tafeltrauben aus den Gewächshäusern von Hoeilaart bestätigen die Regel: Da 's voor de gâât, Gemüse und Obst sind für Ziegen.

Zum Essen gereicht wird in Flandern allerlei: Bordeaux-Weine, einheimische Bierfreuden (Pils, kriek (mit Kirschsaft vergoren) und witbier (gewürztes, trübes Weizenbier), starke, helle Biere wie Duvel oder Delirium und dunkle, aromatische, hochprozentige Abteibiere) oder Genever, ein mit Wacholderbeeren aromatisierter Kornschnaps, der vor allem in Limburg und Ostflandern populär ist und Elixir d'Anvers bzw. Elixir Oud Gent, ein Kräuterlikör, an dem vor allem ältere, bürgerliche Damen zu nippen pflegen.

Also… in Belgien, da gibt’s demnach Bordeaux-Weine neben einheimischen Bierleckereien, Schnaps- und Likörkreationen, da gibt’s Fisch- wie Fleischköstlichkeiten, Spargel, Chicoree und Trauben, da gibt’s Waffeln und Pralinen, hervorragende Dessertkäse und die vielleicht besten Pommes frites der Welt. Also… mal ehrlich: Wenn das kein Schlaraffenland ist ... was dann?

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