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Labskaus, Pinkel und Kneipp: die Bremer Spezialitäten klingen ein wenig befremdlich, schmecken aber umso besser!

"Komm' mit mir nach Bremen, da kannst Du ein Stadtmusikant werden." – schon die Bremer Stadtmusikanten wussten Bremen als Destination zu schätzen. Das kommt nicht irgendwoher, denn Bremen ist eine Stadt der vielen Gesichtern und Einflüsse. Durch den weltweiten Handel der Hansestadt wurde die bürgerliche Küche mit exotischen sowie spanischen und französischen Weinen gesegnet. Hinzu kamen die kulinarischen Prinzipien aus dem Umland (von den Bremern „Umzu“ genannt), die auf deftige, schmackhafte Küche, wie sie auch die Niedersachsen lieben, setzten. Letztlich ist die traditionelle Bremer Küche natürlich vor allem von Bremens Lage als alte norddeutsche Hafenstadt in ihrer Mischung aus Meeresnähe und Verbindung zum ländlichen Leben geprägt. Das reiche Angebot an Fischen der Nordsee und der Weser, sowie bremische Nationalspeisen wie das typische Seefahrergericht Labskaus (Pökelfleisch und Salzheringe)oder Braunkohl und Pinkel (Grünkohl essen nur die Oldenburger und Hamburger!) sind auf ebendiese Ursprünge zurückzuführen.

Wie bitte? Labskaus und Pinkel? Ja, die Bremer Spezialitäten klingen etwas eigenartig, schmecken tun sie deshalb auf keinen Fall weniger hervorragend. Der Knipp (eine weitere seltsam klingende Köstlichkeit), zu dem knusprige Bratkartoffeln und ein eiskalter Korn gehören, war einst das karge "Stammessen" der Torfbauern, die durchgedrehtes Schweinefleisch mit Hafergrütze verlängerten und die gut gewürzte Mischung in der Pfanne brieten. Und dass zum Braunkohl eine Pinkel genannte Grützwurst nebst Kassler, Speck und Mettwurst gehören, macht ebenfalls die Vorliebe der Bremer für rustikale Gaumenfreuden deutlich.

Eine besondere Empfehlung verdient der Ratskeller, der auf eine lange Genusstradition zurückblicken kann. Hier wurden im Jahr 1409 die ersten edlen Tropfen ausgeschenkt und können die Gäste mittlerweile auf über 70 Seite zwischen 650 verschiedenen, klangvollen Sorten ihren Wein bestellen. Die Wein-Enzyklopädie wurde übrigens vom Gault Millau 2002 sogar zur besten Weinkarte Deutschlands gewählt!

Mitten in der Stadt liegt auch das älteste Viertel Bremens: das Schnoorviertel, das auch kulinarisch ein Highlight ist. Hier können sich Bremer und solche, die es mal werden wollen in vielen idyllischen Restaurants und Gaststätten die Bäuche vollschlagen: Wie Perlen auf einer Schnur sind die kleinen Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert im Viertel aufgereiht.

Aber nicht nur die Welt des Schlemmens, auch die koffeinhaltigen Genüsse sind hier zuhause: Von Chiquita bis Gala, von Hachez bis Könecke, von Kraft bis Jacobs. Jede zweite Tasse Kaffee, die täglich von Flensburg bis Füssen getrunken wird, stammt von Unternehmen aus der Hansestadt. Hier wurde 1673 sogar das erste Kaffeehaus im deutschsprachigen Raum eröffnet. Und auch für Liebhaber des eher hopfigen Geschmacks ist Bremen ideal: Seit 700 Jahren wird hier Bier gebraut. Das „Beck´s“ ist weltbekannt, man schätzt es in mehr als 140 Ländern.

Man wird es schon erahnt haben: Egal ob Kaffee, Wein oder Bier, Pinkel, Knipp oder Labskaus: in Bremen weiß man sehr genau, was gut ist und gut schmeckt.

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