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Kulinarisches Quintett Hessens: Wurst, Handkäse, Grüne Sauce, Brot und Kartoffeln

Gelegen im Herzen Deutschlands, ist in Hessen Frankfurt am Main wohl der beliebtester Anlaufpunkt für Gourmets aller Welt. Dabei kann Hessen mit viel mehr aufwarten: Wiesbaden und Marburg beispielsweise locken mit beeindruckenden historischen Stadtbildern, der sagenumwobene Odenwald verzaubert im Süden Gast um Gast, den Norden charakterisiert weigehend unverfälschte Naturlandschaft und westlich von Frankfurt schließt sich mit dem Rheingau eines der schönsten Weinanbaugebiete Deutschlands an.

Ähnlich vielfältig handhabt es Hessen kulinarisch. Von Äppelwoi bis Prädikatswein, von Ahle Worscht bis Grüne Soße, von gut-bürgerlich bis extravagant, von traditionell bis edel: Wenn man eines nicht mit der Hessischen Küche machen kann, dann ist es, sie in einen Topf zu werfen, da jede Region ihre eigenen Gerichte besitzt. Da mag man vermuten, die nordhessische Küche sei mit der Thüringer verwandt oder verschwägert, die Südhessische habe eine Dreiecksbeziehung mit der Rheinhessischen und der Fränkischen und die Mittelhessische… ja, die folge mit schweren wie schmackhaften Hausmannskost-Gerichten einem Singledasein mit leidenschaftlichen Affären allerlei Art.

Wenn man aber einige Tendenzen als Richtlinie festhalten möchte, ist man mit folgendem Quintett gut beraten: Wurst, Handkäse, Grüne Sauce, Brot und Kartoffeln sind die Lieblingstöcher und -söhne Mutter Hessens. In keinem Land ist die Kunst der Wurstherstellung so verfeinert. Ein besonderer Leckerbissen ist dabei die Ahle Wurst. "Ahle" heißt im Hessischen "alt" und weist darauf hin, dass es sich um eine lange gereifte Wurst handelt. Die Rohwurst wird aus durchgedrehtem Schweinemuskelfleisch und Schweinespeck hergestellt und je nach Region mit Salz, Pfeffer, Salpeter und Muskat, Nelkenpfeffer oder Kümmel gewürzt. Das besondere Kennzeichen der Wurst ist die langsame Reifung bei hoher Luftfeuchtigkeit, die für das besondere Aroma sorgt. Ganz klar also: In Hessen ist möglicherweise einiges wurtsch, die Wurst ist es aber nicht.

Der Handkäse ist ein hessischer Sauermilchkäse. Der Name entstand in einer Zeit, in der der Käse mit der Hand in Form gebracht wurde. Das fettarme Milchprodukt ist auch unter der Bezeichnung "Handkäs mit Musik" bekannt. Der Zusatz "mit Musik" bedeutet, dass der Käse in einer kräftig-würzigen Marinade aus Zwiebeln, Essig, Öl und Kümmel eingelegt wurde. In dieser Form ist der Handkäs ein beliebter Snack in Lokalen.

Reich an Kräutern ist die Grüne Sauce oder hessisch Grie Soß, eine traditionell kalt servierte Sauce, die gern zu gekochten Eiern, Fleisch, kaltem Braten oder Kartoffeln serviert wird. Die Saucen-Saison beginnt am Gründonnerstag und dauert bis zum ersten Frost im Herbst. Auch über ihre Vorliebe für Kartoffeln und Brot sind sich alle Hessen einig. Daher gibt es in der hessischen Küche viele Brot- und Hefekuchenvarianten, wie zum Beispiel den Zwiebel-, Salze- oder Speckkuchen.Unbedingt probiert werden muss von jedem Besucher Hessens auch die Brotsuppe, einer einfachen Suppe aus altbackenem Brot und Fleisch- oder Wurstbrühe.

Weit über die hessischen Grenzen hinaus ist der Rheingau für seinen Weinbau bekannt und auch die Bergstraße Hessens verspricht Weingenuss ohne Grenzen. Der Riesling ist hier die dominierende Rebsorte mit seinem vielfältigen aromatischen Spektrum und einer rassigen Säure. Im Schloss Johannisberg im Rheingau wurde übrigens 1775 die Spätlese erfunden, weil mit der Traubenlese zu spät begonnen wurde.

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