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Deftig und raffiniert zugleich: Die luxemburgische Küche vereint französische Raffinesse mit deutscher Deftigkeit.

Die traditionelle Luxemburger Küche ist eher einfach und rustikal - aber mit eigenem Reiz. Die Lage des Landes zwischen Frankreich und Deutschland ist natürlich nicht an den kulinarischen Gegebenheiten spurlos vorbeigezogen (und das ist auch gut so!): Hier vermischt sich die deutsche Deftigkeit mit der französischen Raffinesse. Seit den 1960er Jahren gibt es durch den ständigen Zuwachs an Einwanderern zudem starke Einflüsse der portugiesischen und der italienischen Küche.

Die Herzlichkeit also und der gesunde Appetit der Deutschen, der in ordentliche Portionen mündet, gepaart mit dem Fingerspitzengefühl und der Extravaganz aus Frankreich und Belgien: Das ist die Luxemburger Küche. Was aus dieser Verbindung dann an Spezialitäten entwächst, ist breitgefächert von A bis Z queer durch die Vielseitigkeitspalette: Von rustikalen Gerichten wie Bouneschlupp, ein deftiger Bohneneintopf der geschlürft werden soll, und Judd mat Gaardebounen, geräucherter Schweinekamm mit weißen Bohnen, welches auch gern in ambitionierten Restaurants angeboten wird, über französisch inspirierte Spezialitäten wie escalope de veau (Kalbsschnitzel) und entrecôte (Rippenstück vom Rind) bis hin zu leichter Küche mit F’rell am Reisleck (Forelle in Rieslingsauce). Und apropos Fisch: Heimische Süßwasserfische wie Forelle, Hecht oder Flusskrebse werden in ganz Luxemburg exzellent zubereitet. Ebenso allerdings, wenn nicht sogar besser die zahlreichen Backwaren und Kuchen, wobei Formel zum Erfolg hierbei recht pragmatisch anmutet: Veredelung mit Likören bitte und zwar ordentlich! Kosten sollte man das Omelette soufflée au kirsch; oder die Babas (kleine Kuchen), die mit einem Schuss quetsch (Zwetschgenschnaps), Mirabellen- oder Kirschwasser verfeinert werden.

Die Luxemburger Spezialität schlechthin ist wohl aber die Pâté au Riesling. Jene kalte Fleisch-Pastete, die in Wahrheit mit Elbling oder einem großen Teil Elbling hergestellt wird. Das mag irritierend sein, ist es auch, der Elbing aber bringt mit jene Säure sich, die das Gericht erst durch das darin marinierte Fleisch unschlagbar macht und verliert im Gegensatz zum Riesling seine Säure auch nach dem Garen nicht.

Crémants und Moselweine

Bier, Wein und Schnaps produzieren (und konsumieren selbstverständlich!) die Luxemburger reichlich und gerne: Fünf Brauereien in Luxemburg-Stadt, Esch-sur-Alzette, Bascharage, Wiltz und Diekirch sorgen dafür, dass jeder Einheimische sein statistisches Quantum von 120 l Bier im Jahr abbekommt. Wein wird „nur“ halb so viel gebechert – Eigentlich unverständlich, immerhin können die Moselweine und Cremants Luxemburgs durchaus mit Excellence überzeugen. Und es ist auch kein Zufall, dass das Tal der Mosel, die einzige Gegend, in der in Luxemburg Wein angebaut wird, eines der touristischen Hauptziele des Landes ist. Das milde Klima und die spektakuläre Schönheit der Weinberge, an deren Fuße die Mosel fließt, verleihen dem Ort eine Einzigartigkeit, in deren Obhut man sich nur allzu gerne begibt. Was hier an Weinen heranreift, sind gute Tropfen, um genau zu sein sind es neun gute Tropfen: Riesling, Pinot noir, Pinot blanc, Pinot gris, Gewürztraminer, Auxerrois, Rivaner, Chardonnay und natürlich jener Wein, ohne den Luxemburgs Kulinarik nicht wäre, was sie ist: der Elbling. Darüber hinaus haben sich die Luxemburger Winzer in den vergangenen Jahrzehnten mit viel Erfolg der Herstellung von Schaumweinen und Crémants verschrieben.

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