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Schlesien

Polnische trifft auf schlesische Küche: kulinarische Höhenflüge inbegriffen!
Land

Als polnisches Pendant zum Ruhrgebiet erscheint die Woiwodschaft Schlesien auf den ersten Blick nicht sonderlich attraktiv, ist die Gegend doch noch immer von der Schwerindustrie und dem Bergbau geprägt. Aber wie so oft täuscht der erste Eindruck eben: Oberschlesien lockt als Kulturmetropole der Region und im Osten verzaubern mit den Sybuscher Beskiden und den Schlesischen Beskiden traumhafte Gebirgszüge die Landschaft.

Schlesien ist schwarzer Boden, schwarz von Kohle und Stahl. Dieses Bild gehört allerdings und Gott sei Dank schon größtenteils der Vergangenheit an. Die Zahl der Kohlgruben und Stahlhütten wird immer kleiner, und die gegenwärtigen Industriebetriebe kümmern sich um wirtschaftliche Erfolge und um Ökologie. Daneben beginnt Schlesien nach und nach als Kulturregion zu erstrahlen, vor allem durch Katowice, der Hauptstadt der Region, in der sich heute Modern und Tradition treffen und gemeinsame Wege beschreiten. Die im Jugendstil gebauten Häuser im Stadtzentrum, pietätvoll sanierte, architektonische Details neobarocker und neogotischer Gebäude sowie die einzigartigen Arbeitersiedlungen Nikiszowiec und Giszowiec laden nicht nur Architekturliebhaber zum Erkunden und Entdecken ein. Daneben sollte man als Naturfan den Sybuscher Beskiden und den Schlesischen Beskiden mit ihren traumhaften Gebirgslandschaften, zur Erholung der Stadt Lubliniec, für die Spurenwanderung des geistlichen Kerns der Region Czestochowa, für malerische Gassen und einen Moment der Stille der Altstadt von Cieszyn und als Aktivurlauber Beskid Slaski unbedingt einen Besuch abstatten.

Während die schlesische Küche in Deutschland seit der Vertreibung der Deutschen aus Schlesien Mitte des 20. Jahrhunderts an Verbreitung und Popularität einbüßen musste, genießt sie in Polen weiterhin allgemeine Anerkennung. Die Kulinarik ist dabei natürlich vor allem eine Frage nach der Geschichte der Region: In der Woiwodschaft Schlesien und dem Zentrum Kattowitz verblieben die Schlieser nämlich auch nach 1945 und mit ihnen die schlesische Küche. Während also in der Woiwodschaft Niederschlesiens die polnische Küche Vorrecht genießt, ergibt sich in Schlesien aus der polnischen und schlesischen eine wunderbar-köstliche Symbiose.

Gemeinsam haben die zwei Küchenstile ihre Liebe zu Wurstwaren, Suppen und die zentrale Stellung von Kohl, Graupen, Mohn, Gurken und Trockenfrüchten. Rezepte gibt es viele, die inoffiziellen (pikanten) Top 3 sind womöglich aber der Krupniok (Grauensuppe), die rolada wolowa (Rindsroulade) und die kaszanka (grobe Grützwurst). Eine weitere, besondere Spezialität der schlesischen Küche sind die kluski (Klöße), die aus gekochten und geriebenen Kartoffeln hergestellt werden und vor allem durch das Gericht Schlesisches Himmelreich ihren Bekanntheitsgrad ins Unermessliche steigern konnten – hierbei handelt es sich um ein Fleischgericht aus Schweinebauch und Backobst. „Wer das Himmelreich nicht kennt, hat umsonst gelebt“, hieß das dazu früher. Und wir sagen: Das stimmt noch heute!

Als süßer Leckerbissen zum Schluss sollte man Makówki probieren, eine Art Schichtdessert aus Graumohn, einen Mohnkuchen oder Streuselkuchen. Letzterer wurde früher vor der Hochzeit quasi im ganzen Dorf zur Feier verschenkt und ist heutzutage ein großer, rechteckiger Hefekuchen mit eine Mohn-Quark-Äpfelfüllung. Danach bleibt kein kulinarischer Wunsch mehr offen, der Bauch seufzt zufrieden und verabschiedet sich in Richtung Verdauungstraumland.

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