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Pilsen: Biermetropole mit Industrieflair

Beim Wort "Pilsen" fällt den meisten spontan wahrscheinlich nur eines ein und zwar das naheliegendste: das Pilsener. Und diese erste Assoziation birgt auch die zweite, die Pilsen in seiner Quintessenz am besten zusammenfasst: Pilsen, das ist eine Industriestadt.

Eine übersichtliche Stadt ist Pilsen nicht. Die Illusion, sie könne sich einem auf den ersten Blick erschließen, trügt nicht nur, nein, sie kommt gar nicht erst auf. Fünf Flüsse durchkreuzen die knapp 170.000 Einwohner große Braumetropole im Westen Tschechiens. Rund um den Bahnhof herrscht ein Gewirr aus Brücken, Dämmen, Gleisanlagen und mehrspurigen Fahrbahnen. Die Straßen hier heißen Schlachthofgasse, Bei der Brauerei oder An der Glashütte - Hinweise auf das industrielle Erbe Pilsens, denn so ist das mit Pilsen: sie ist eine Industriestadt und ist’s immer schon gewesen.

Mit Handel und Industrie ist die heutige viertgrößte Stadt Tschechiens also groß geworden, reich geworden, mit Maschinenbau, Metallindustrie – vor allem aber auch mit einer der größten Brauereien der Welt. Als der geniale Bierbrauer Josef Groll 1842 als erster untergäriges Bier braute, ahnte er nicht, dass dies der „Prototyp“ aller hellen Biersorten werden würde. In der Region Pilsen wird schon seit Jahrhunderten Bier gebraut und das „flüssige Brot“, wie es sowohl Tschechen als auch Deutsche nennen, hat hier eine uralte Tradition. Am besten schmeckt heute noch diese ungefilterte, naturtrübe, nicht pasteurisierte Variante, ein bronzefarbenes, hefehaltiges Bier, das die Brauereibesucher frisch vom Fass serviert bekommen. Weil es nach zwei, drei Tagen verdirbt, bekommt man es nur in der Pilsener Urquell Brauerei und in der Altstadtkneipe Pivovarský šenk Na Parkánu.

Durch Pilsens geografische Lage zwischen Prag und Deutschland – es liegt im westlichen Böhmen am Zusammenfluss von Mže und Radbuza, dadurch entsteht der Fluss Berounka, ein nicht schiffbarer Nebenfluss der Moldau – war Pilsen darüber hinaus stets ein Schnittpunkt der Kulturen. Das zeigt sich auch an der Architektur der Stadt. Besonders empfehlenswert ist eine Besichtigung der reichlich verzierten Großen Synagoge, übrigens der drittgrößten Synagoge weltweit. Da aber die Region Pilsen mehr als nur die Industriestadt Pilsen ist, lohnt sich ein Blick über die Stadt hinweg: Für etwas Abwechslung zur modernen Metropolenstadt lohnt sich ein Ausflug in die bunte Region des Chodenlands, die mit ihren Traditionen beeindruckt. Besonders schön ist das malerische Dorf Klenčí (Klentsch), sowie das pittoreske Städtchen Domažlice (Taus) mit seinem schiefen Turm.

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