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Das ehemalige Hotel Lehner

Österreich
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Kaiser Karls I. letzte Hoffnung

Kaiser Karl I. – der letzte österreichische Kaiser – erklärte am 11.11.1918 seinen Verzicht auf alle Amtsgeschäfte und begab sich ins Schweizer Exil, nicht ohne vor dem Grenzübertritt seinen Amtsverzicht widerrufen und gegen seine Absetzung als Kaiser protestiert zu haben. So dankte Karl nie formell ab, was die Nationalversammlung dazu bewog, ihm nicht nur eine Landesverweisung auszusprechen, sondern auch alle Besitztümer der Habsburger zu beschlagnahmen sowie den Adelsstand aufzuheben.

In Ungarn aber, war die Monarchie seit 1919 wiederhergestellt. Um die Macht als König von Ungarn wiederzuerlangen reiste er 1921 durch Österreich und landete in Pinkafeld (von 1916 bis 1918 war Karl ungarischer König und damit (als Karl IV.) das Staatsoberhaupt der Pinkafelder), wo er im ehemaligen Hotel Lehner abstieg. Der Wirt berichtete später, dass Karl am Karsamstag 1921 inkognito in Begleitung des Grafen Erdödy in seinem Hotel zum Mittagessen eintraf, zwei Portionen Naturschnitzel aß und danach in der Lohnkutsche des Hotels den Weg bis Großpetersdorf und von dort im Auto des Grafen nach Steinamanger fortsetzte; der Wirt bekam für Speis und Trank sowie die Lohkutsche den großzügigen Lohn von 100 Schweizer Franken, die er ihn Ehren hielt, aber nach dem Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee gestohlen wurden. Dieser erste Versuch der Machtübernahme Karls in Ungarn scheiterte genauso, wie ein zweiter Versuch im Oktober 1921.

Karl gab schließlich alle Restaurationsbemühungen auf und fügte sich der Verbannung nach Madeira, wo er zunächst bestohlen wurde und anschließend mittellos 35 jährig an einer Lungenentzündung verstarb. Kurios ist, dass Karl am 20. Dez. 2003 selig gesprochen wurde, wobei der wegen des Verdachts von Kindesmissbrauch zum Rücktritt gezwungene und höchst umstrittene ehemalige Diözesanbischof Kurt Krenn einer der Fürsprecher war, was für heftige Kontroversen sorgte.

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