Menschen

Nationalparkzentrum Neusiedlersee

Österreich
Naturdenkmal
Mitten im UNESCO-Welterbe

Für ein Alpenland wie Österreich eines ist, war die sandige, steppenartige Landschaft mit ihren Salzlacken und Hutweiden ein Neuland, das man erst nach und nach zu verstehen lernte. War es zunächst wirtschaftliche Not, die zur Bedrohung dieser faszinierenden Vielfalt an Lebensräumen und Heimat zahlloser seltener Tier- und Pflanzenarten führte, trugen später kurzsichtige Planungen der Tourismuswirtschaft zu einer bereits offensichtlich gewordenen Zerstörung bei. Erst waren es großflächige Entwässerungsmaßnahmen, die mehr als zwei Drittel der Lacken, Feuchtwiesen und Niedermoorgebiete zerstört hatten. Dann folgten skurrile Ideen der Tourismuswirtschaft, die zu einer sicheren Vernichtung des Lebensraums Neusiedlersee geführt hätten.

Dabei gab es bereits in der Zwischenkriegszeit Bestrebungen, ein Großschutzgebiet am Neusiedlersee einzurichten. 1947 ergriff der ÖNB die Initiative und mit Hilfe von Spenden gelang 1954 die Errichtung einer ersten Biologischen Station.
Ein neues Naturschutzgesetz, das Anfang der 1960er Jahre in Kraft trat, verhinderte Schlimmeres.1988 beauftragte die Burgenländische Landesregierung einen Arbeitsausschuss mit konkreten Vorbereitungen für einen grenzüberschreitenden Nationalpark, der schließlich am 24. April 1994 von Bundeskanzler Franz Vranitzky und Ministerpräsident Boross eröffnet wurde. Seit 2001 ist der Neusiedlersee als »UNESCO Welterbe Fertö-Neusiedlersee« in die ehrenwürdige Liste der Naturdenkmäler aufgenommen.

Um das Verständnis zu stärken wurde in Illmitz das Nationalparkzentrum errichtet, das sich unter dem Motto »Lernende Region« primär an Einheimische richtet, die ihren Lebensraum besser verstehen lernen wollen, aber auch Besucher erfahren von der Vielfalt der Region, den Hintergründen und Zusammenhängen – denn merke: »mit dem Verständnis kommt dir der Verstand«, wie der Dichter Theodor Kramer einst so treffend feststellte.

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