Menschen

Rauchstubenhaus

Österreich
Gebäude
Ausflugsziel und Heimatmuseum

In einer reizvollen Landschaft liegt auf 800 m Seehöhe das Rauchstubenhaus, das noch eines der letzten voll funktionsfähigen Rauchstubenhäuser im Alpenraum ist und daher lebhafte Einblicke in das Leben der ehemaligen Landbevölkerung bietet. Neben der Rauchkuchl, die auch heute noch zum Räuchern und Kochen verwendet wird, beheimatet das Rauchkuchlhaus ein Heimatmuseum mit mehr als 300 Exponaten.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde das Rauchstubenhaus als „Ramelhof – eine Hube in Edelschachen“ geführt und gehörte bis 1848 zur Herrschaft Stadl bei St. Ruprecht an der Raab. Die Jahreszahl 1727 im Trambaum des Stüberls deutet auf einen Um- bzw. Zubau des Hauses hin. 1967 übersiedelte die Familie in den Neubau. 1968 wurde das historisch wertvolle Gebäude von der Marktgemeinde Anger gekauft, saniert und der heutigen Verwendung als Heimatmuseum zugeführt. Bewirtschaftet wird die Rauchkuchl heute von den Wirtsleuten des benachbarten Gasthaus Almer.

Das Herzstück ist aber mit Sicherheit die rauchgeschwärzte Stube, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. In Stuben wie dieser spielte sich in früheren Zeiten das gesamte bäuerliche Leben ab. Gemeinsam wurde hier gebetet, gekocht, gegessen, die Arbeit besprochen oder über negative und freudige Ereignisse gesprochen. Die Feuerstelle mit dem schwarzen Kochgeschirr, der Mostkrug auf dem klobigen Jogltisch (ein regionaltypischer, bäuerlicher Holztisch), der Hergottswinkel oder der rußgeschwärzte Speckhimmel – all das ist lebendige Heimatgeschichte.
Fallweise hängen unter der pechschwarzen Tramdecke die gebeizten Fleischstücke zum Selchen und gelegentlich wird – vor allem für angemeldete Gesellschaften – am offenen Feuer der sogenannte Häfnnigl gekocht.

Und wenn das Feuer unter dem schwarzen Schmalztopf knistert und das heiße Schmalz beim Eintauchen des Teiges aufschäumt, so ist das ein gleichermaßen uriges, wie eindrucksvolles Erlebnis, das zudem vermittelt, wie wunderbar auch die einfachsten Rezepturen schmecken können, wenn man ihnen nur die richtige Wertschätzung gibt.

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