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Schanzlmarkt

Österreich
Gebiet/ Umgebung/ Landschaft
Ab-Schiff-Verkauf

m mittelalterlichen Wien hatten sich nicht nur innerhalb der Stadtmauern, sondern auch außerhalb mehrere Märkte entwickelt, der größte von ihnen war der »Schanzlmarkt«. Mit »Schanzl« bezeichnete man den Uferabschnitt des Donauarms, der unterhalb der Befestigungsmauern verlief, zwischen dem damaligen Rotenturm-Tor und der Kirche Maria am Gestade.
Waren die Marktgesetze innerhalb der Mauern recht streng, so wurden sie außerhalb der Feste verhältnismäßig locker gehandhabt – ein großer Vorteil war der, dass Waren wie Obst und Gemüse am Schanzl täglich verkauft werden konnten, was den aus der Umgebung kommenden Bauern zugutekam, aber auch der Wiener Bevölkerung, denn die Ware war frisch.
Bald war der Schanzlmarkt der bedeutendste Markt Wiens und dehnte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der (heutigen) Schwedenbrücke bis zur (heutigen) Augartenbrücke aus. Weil die Anzahl der Händler bereits 1839 unüberschaubar war, wurde der Schanzlmarkt aufgegliedert: Am rechten Donauufer durften die Schiffe mit Obst und Viktualien anlegen, am linken jene, die speziell Erdäpfel, Kraut und Rüben geladen hatten. Verkauft wurde nur aus den Schiffen heraus, lediglich am rechten Ufer gab es einen Platz für abgeladene Ware.
Es muss ein gespenstisches Treiben gewesen sein, wenn die mit Obst, Gemüse, Butter, Topfen, Erdäpfeln, Kraut und Rüben beladenen Schiffe tief in der Nacht in die schlafende Stadt einfuhren. Und mit dem ersten Morgengrauen ging er los, der unüberhörbare Bahö der Marktschreier!
Doch nicht nur Händler und Kunden liebten das bunte Markttreiben, auch die Gespielinnen auf Zeit boten ihre Ware an. Bis zur Marktauflösung 1893 soll sich hier so mancher Edelmann nach einem Abenteuer umgesehen haben, während die Dienstboten das Abenteuer Einkauf angingen, denn ehrlich waren damals die wenigsten Händler, weshalb es bald eines Marktamtes bedurfte.

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Warenwert :