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Uhudler-Geschichte

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Bis zu seiner endgültigen Legalisierung 1992 musste der Uhudler eine lange Leidensgeschichte durchmachen. Vom Anpflanzungsverbot, über Rodungen bis hin zu dem unsinnigen Vorwurf, dass er „blind und blöd“ mache. Ja sogar als Nicht-Wein wurde der rassige Naturwein verunglimpft. Ein kleiner geschichtlicher Überblick:

1929 Einführung der Kennzeichnungspflicht: Direktträger müssen als solche oder auch als Hybriden gekennzeichnet werden

1932 beschließt der Nationalrat, dass ab 1936 alle Direktträger-Weingärten im Laufe von 10 Jahren bis auf einen Rest von 25% gerodet werden müssen

1936 Anpflanzungsverbot für Direktträger mit der Begründung, dass eine Weinüberproduktion auf Kosten der guten Qualitätsweine verhindert werden müsse.

1937 Verschnittverbot: es dürfen keine sogenannten Edelweine mehr mit Direktträger-Weinen verschnitten werden, ein national-sozialistisches Dekret aus Deutschland wird damit übernommen

1946 die 1936 gesetzte Frist läuft ab, doch die Rodungen wurden wegen des Krieges nicht durchgeführt

1961 Verkehrsverbot, das bedeutet Verbot von Ausschank und Handel. Der Uhudler existiert damit praktisch nur noch als Haustrunk, laut Weingesetz dürfen die Uhudler-Trauben nur zu Essig, Destillaten und technischen Zwecken verwendet werden

1971 Mengenbegrenzung des beliebten Haustrunks, offiziell sind nur noch 400 Liter/ Jahr je im Weinbau vollbeschäftigter Person zulässig

1985 Der Uhudler wird zum Nicht-Wein erklärt! Das Weingesetz definiert ab sofort Weine, die aus „Trauben amerikanischer Ertragskreuzungen hergestellt wurden“ nur noch als „Weinähnliches Getränk“, das genauso verkehrsunfähig sei wie verdorbener oder verfälschter Wein. Der Begriff Haustrunk wird aus dem Weingesetz gestrichen

1992 Legalisierung: der Uhudler wird in begrenztem Rahmen verkehrsfähig, §59/5 der Weinnovelle besagt, dass „Direktträger-Wein darf nicht mit Wein §1 verschnitten werden und nur in den Gemeinden des Erzeugerbetriebes in Verkehr gebracht werden.

1995 Österreich wird EU-Mitglied, doch in der EU sind Direktträger-Weine verboten!

1999 Gründung des „Vereins der Freunde des Uhudlers“, der Name „Uhudler“ ist ab sofort markenrechtlich geschützt und darf als solcher nur im Südburgenland in den Bezirken Güssing und Jennersdorf verkauft werden. 24 Gemeinden produzieren jährlich etwa 150.000 Flaschen Uhudler.

2004 Der Uhudler bekommt ein neues Etikett, man möchte weg vom Image des Heckenkleschers, hin zum Lifestyle-Getränk

2020 droht dem Uhudler das Aus, denn laut EU-Richtlinie darf der Uhudler nur noch bis 2020 ausgeschenkt werden, weil dann nämlich die ungeliebten Direktträger-Weingärten gerodet werden sollen

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