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Wiener Landwirtschaft

Essen & Trinken
Fast 2000 landwirtschaftliche Betriebe versorgen die Stadt!

In der Stadt von Mozart, Haydn und Beethoven liebt man seit jeher nicht nur die Musik, sondern auch den Genuss. Seit dem Mittelalter wird Wien vor allem vom Weinviertel und Marchfeld mit einer Vielzahl von Produkten versorgt; doch was die wenigsten wissen: auch in der Bundeshauptstadt selbst gibt es noch immer etwa 2000 landwirtschaftliche Betriebe, welche saftige Gemüsevariationen, aromatische Kräuter und fruchtig-frische Weine erzeugen, ja teilweise sogar Viehzucht betreiben.

Sonnengereifte Paradeiser oder knackig frische Salate aus einer Millionen-Stadt sind sicher nicht alltäglich. Aber „Wien ist anders“, wie auf diversen Werbetafeln bereits bei der Stadteinfahrt zu erfahren ist. Natürlich werden dem Genussmenschen nicht gerade in der Wiener Innenstadt die Gänse, Enten oder Schweine für seinen geliebten Braten über den Weg laufen. Da muss er sich schon in die Außenbezirke begeben. Simmering z.B. oder Oberlaa, Stammersdorf und Jedlersdorf, ja auch im noblen Grinzing findet der Donau-Phäake Betriebe, welche ihm köstliche Zutaten für das begehrte Papperl produzieren. Denn beim Papperl kennt er bekanntlich nichts, der Phäake, hat er doch sogar einen ganzen Stadtteil nach seiner Leidenschaft benannt, nämlich das im 13. Bezirk gelegene „Speising“!

Selbstredend sind derart geschulte Gaumen dann auch wählerisch, zumindest viel wählerischer als andere. Man erkennt und schätzt die gute Qualität von Speisen ja auch nur dann, wenn man sich und seinen Gaumen damit so oft wie nur möglich verwöhnt. Und nicht zuletzt die Wiener Landwirte, Gärtner und Winzer tun daher gut daran, auf eine besondere Güte ihrer Produkte zu achten; denn keine gute Küche ohne hochwertige Produkte.

Frische Salate, vitaminreiches Gemüse und würzige Kräuter gehören selbstverständlich auch dazu, selbst in der Genussstadt Wien, die ja bekanntlich berühmt für ihre Stelzen, Rindfleischspezialitäten, Gulasch-Varietäten, Braten und Würschtl ist. Während die meisten in Wien eingemachten Früchte und Gemüse allerdings echte „Gscherte vom Land“ sind, bevor sie von Meisterhand den richtigen kulinarischen Feinschliff verpasst bekommen (siehe Staud’s), so stammt doch das Frischgemüse großteils von heimischen Betrieben. Sogenannte „Landpomeranzen“ werden dem Phäaken daher nur an den wenigsten Wiener Marktständen angeboten werden.

Vor allem Wien-Simmering ist eine der wichtigsten Gemüse-Produktionsstätten Wiens. Insbesondere werden hier Paradeiser und Rispen, Gurken und Paprika produziert. Die Genussregion Wien hat aber noch viele weitere Köstlichkeiten zu bieten: knackfrische Radieschen, zarter Karfiol, herzhafter Grünkohl, bunte Salate, Fisolen, Erbsen, Wurzelgemüse aller Art, Spinat, schmackhafte Zucchini oder aromatische Kräuter sind nur ein kleiner Auszug des nahezu 70 verschiedene Produkte umfassenden Sortiments, welches in Wien produziert wird.

Zwei größere landwirtschaftliche Betriebe sind z.B. das Weingut der Stadt Wien Cobenzl (welches neben Weinbau auch ausgedehnte Landwirtschaft betreibt) oder das Stift Schotten:

Bereits seit dem 12. Jahrhundert verfügt das Stift Schotten über landwirtschaftliche Flächen. Heute werden neben Weinbau in Maria-Enzersdorf, Viehzucht und Ackerbau auf Gut Siehdichfür und in Untersiebenbrunn auch Obstgärten in Klostermariengarten und Wien-Breitenlee (22. Gemeindebezirk) bewirtschaftet. Das Stift firmiert sogar österreichweit als größter nichtgenossenschaftlicher Obstbau-Betrieb und ist nach der Gemeinde Wien zweitgrößter Eigner von landwirtschaftlichen Flächen innerhalb der Stadtgrenze.

In den weitläufigen Obstplantagen werden nicht weniger als 14 Apfelsorten, vier Arten von Kirschen, Weichseln, Zwetschken, Erdbeeren und Brombeeren kultiviert. In den Gütern baut man Ackerfrüchte wie Getreide, Zuckerrüben, Mais, Erbsen, Raps sowie Wintermohn an und betreibt zudem Viehzucht. Auf der Wiener Freyung können das frische Obst und die Produkte, welche daraus gewonnen wurden (z.B. 30 Sorten Marmeladen, Most, Wein, Erdäpfel etc.), gleich neben dem Hauptportal der Kirche in einem eigens dafür eingerichteten Klosterladen erstanden werden.

Traditionell wird in der Wiener Küche das Gemüse entweder „eingebrannt“ oder natürlich auch „gebacken“. Salate sind ebenfalls sehr beliebt, typisch ist dabei die süßlich abgeschmeckte Marinade. Wahrscheinlich ist aber das sauer eingelegte Gemüse, welches z.B. so vortrefflich zu allen Arten von Würsten schmeckt, der Wiener liebste Form die Früchte aus dem Garten Eden zu genießen.

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