Pane e dolci in der Triestiner Küche
Betrachtet man die Süßspeisenküche von Triest, so kommt man sich vor, wie in der ehemaligen Donau-Monarchie. Nur wenige Desserts sind Triest zuzuordnen, denn die Mehlspeisenküche wird nach wie vor von Buchteln, Kipferln, Krapfen, Kaiserschmarren, Gugelhupf, Biskuitroulade, Palatschinken, Sachertorte oder der ungarischen Rigó Janci -Torte beherrscht. All das ist wunderbar, doch nicht ursprünglich triestinisch.
Viele weitere beliebte Rezepte haben ihren Ursprung zwar nicht in Österreich oder Böhmen, dafür aber in Venedig, denn viele der dort verbreiteten Süßspeisen und Gebäcke findet man auch in Triestiner Konditoreie.
Weit verbreitet sind Strudel aller Art, vor allem der Apfelstrudel erfreut sich größter Beliebtheit und wird in Triest auf eine besonders gehaltvolle Art zubereitet, während man im Karst weniger Zutaten nimmt und sich auf den besonderen Geschmack der Karst-Äpfel verlässt.
Sehr beliebt ist eine Art Vanillecreme, die mit Stücken von Blätterteig serviert wird – sie nennt sich crema bianca oder crema di vaniglia und ist in fast allen Triestiner Lokalen eine Art Standard-Dessert. Ebenfalls weit verbreitet sind (zumeist hausgemachte) Crostate (aus Mürbteig- oder Linzerteig), die mit verschiedensten Marmeladen, Früchten oder auch Belägen aus Ricotta angeboten werden.
Wenn man von einer echten und typischen Triestiner Süßspeise reden kann, dann genau genommen nur von den fave, welche ein ganz besonderes Mandelgebäck darstellen, das nur zu Allerheiligen hergestellt wird.
Pinza, Putiza und Presnitz sind zwar auch nicht triestinisch, sondern slowenisch, doch sie sind aufgrund der regionalen Nähe in Triest und dem Karst weit verbreitet.
Summa summarum gesehen ist Triest zwar schon so etwas wie ein „el Dorado“ für Naschkatzen, doch leider ohne eigene Identität. Anders beim Weißbrot, da hat man ein ganz spezielles Weißbrot, einen regelrechte Riesenlaib, der eine herrliche Kruste hat und ein samtiges Inneres – ein (fast) perfektes Weißbrot!
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