Secondi di carne in der Venezianischen Küche
Eines gleich vorweg: Eingefleischte Genießer werden es in Venedig schwer haben, denn die Lagunenstadt ist kein Zentrum der kulinarischen Fleischeslust. Allenfalls Kalbfleisch findet halbwegs eine Verwendung, Rindfleisch wird fast nur zu Carpaccio oder zu Fleischbällchen verarbeitet (ansonsten nur für die Touristen als zähes bistecca aufgetischt) und Schweinefleisch spielt allenfalls in den vom Festland importierten Wurstwaren eine Rolle, als Frischfleisch hingegen kaum. Dementsprechend wenig traditionelle Fleischgerichte kennt die venezianische Küche.
Wenn Fleisch gegessen wird, dann bevorzugen die meisten Venezianer dieses geschmort oder weich gekocht, weshalb hier der bollito misto (gemischte gekochte Fleischstücke) auch zu einer Delikatesse avancierte. Aber die Venezianer lieben Innereien und Geflügel in allen Formen und Facetten. Leber, Kutteln und Zunge (insbesondere Kalbszunge) sind besonders populär und beim Geflügel gibt es auf den Speisezetteln alles, was Flur und Wasser hergeben. Insbesondere Enten und Wildenten mag der venezianische Gourmet, aber auch Gänse, Hühner, Fasane, Perlhühner, Blässhühner, Rebhühner, Wachteln, Tauben und Truthähne werden gerne verspeist. Für alle Arten von Geflügel kennt die traditionelle venezianische Küche beinahe unzählige Gerichte.
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