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Azoren

Kuriose Kochtechniken und Teeplantagen.
Land

Heiße Quellen und zahlreiche Kraterseen machen deutlich sichtbar, dass die Azoren vulkanischen Ursprungs sind. Die autonome Region befindet sich mitten im Atlantik und besteht aus neun größeren und mehreren kleineren vulkanischen Inseln. Mit seinen Steilklippen, traumhaften Stränden, saftig grünen Wiesen und entzückenden Fischerdörfern gleicht diese Region einem wahrhaftigen Paradies auf Erden. Dank dem fruchtbaren Festland sowie artenreichen Meer gibt es auf den Azoren einige köstliche Spezialitäten zu entdecken. Fast alles, das auf den Azoren auf den Teller kommt, wird lokal erzeugt – so vielfältig sind die Inseln.

Fisch und Meeresfrüchte – natürlich. Märkte und Geschäfte werden täglich mit dem frischen Fang beliefert und Restaurants zaubern damit schmackhafte Speisen wie beispielsweise „Polvo guisado em vinho de Cheiro“ (geschmorter Tintenfisch in Weinsauce) oder gegrillter Peixe-Porco (Drückerfisch). Allerdings spielt auf den Azoren der Agrarsektor eine bedeutendere Rolle als der Fischfang. Überall sind Kühe auf den saftigen Weiden zu erblicken. Während die Milch zur Erzeugung von Butter, Käse und sonstigen Produkten hergenommen wird, überzeugt das hochwertige Fleisch der Rinder durch seinen aromatischen Geschmack. Etwa ein Viertel der in ganz Portugal konsumierten Milch und Milchprodukten stammen von den Azoren und auch das Rindfleisch sowie Produkte daraus werden exportiert.

Spezialität aus dem Erdloch

Auf der Hauptinsel São Miguel findet sich eine besondere kulinarische Kuriosität: das „Cozido das Furnas“. Fleisch, Gemüse, Würste und weitere Zutaten werden in einen großen Topf gelegt, gut verschlossen und in ein ausgegrabenes Erdloch gegeben. Dann wird das ganze mit Sand luftdicht verschlossen. Im heißen vulkanischen Boden wird das Essen über mehrere Stunden hinweg langsam gegart, wobei die Zutaten einen ganz eigenen charakteristischen Geschmack bekommen. Heraus kommt ein wunderbar aromatisches Schmorgericht, das unbedingt probiert werden sollte.

Ergiebige Regenfälle und ständige Wetterwechseln lassen das Gras auf den Inseln besonders reichlich sprießen. Bei so saftigem Futter ist es kein Wunder, dass die Milch der Kühe wertvoll und besonders schmackhaft ist. Aus ihr werden Käsespezialitäten wie der „Queijo São Jorge“, ein würziger und pikant-kräftiger Hartkäse aus roher Milch oder auch der etwas mildere „Queijo do Pico“, ein Weichkäse von der Insel Ilha do Pico, hergestellt.

Ananas und Tee

Der Ananasanbau hat eine lange Tradition auf den Azoren. Zahlreiche Plantagen sind auf São Miguel zu finden, wo die Bauern beim Anbau auf sämtliche Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung verzichten. Die Früchte wachsen hier in Gewächshäusern, da die Außentemperatur zu kalt wäre. Ananaslikör, Marmelade aus Ananas, scharfe Saucen mit Ananas, oder Blutwurst mit Ananas – wenn die Früchte nicht frisch genossen werden, sind sie Bestandteil von so mancher Speise. Auch andere Obstplantagen sind auf der Insel zu finden (z.B. wird Passionsfrucht angebaut) und eine große Fläche wird mit Tabak bepflanzt. Zudem befindet sich im Nordosten von São Miguel eine Teeplantage. Tee? Ja, genau. Direkt am Meer produziert der Familienbetrieb Chá Gorreana jährlich ca. 40 Tonnen Tee – Schwarztee (Orange Pekoe, Pekoe nd Broken Leaf) und Grüntee.

In den historischen Currais (Weingärten) der Insel wachsen die meisten Reben in kleinen Parzellen. Mauern aus Vulkangestein sollen dabei den Pflanzen Schutz vor dem starken Wind sowie dem Meersalz bieten. Die Rebanlagen der Insel Pico sind sogar so beeindruckend, dass sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Es werden überwiegend weiße Rebsorten wie Verdelho sowie Arinto und Terrantez angebaut, bei den roten Rebsorten ist es vor allem Merlot. Auf den Inseln Pico und Terceira wird köstlicher Süßwein hergestellt, für den es besondere Vorgaben gibt. Bei all den Köstlichkeiten sollte genügen Zeit eingeplant werden, die Inseln zu erkunden.

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