Menschen

Porto und der Norden

Von Kutteln und köstlichem Wein
Region

„Die Wiege Portugals“, so wird die Region auch genannt. Im 12. Jahrhundert wurden hier die Portugiesen ein Volk und eine Nation und Guimarães im Norden gilt als die erste Hauptstadt Portugals.

Historisch eine bedeutende Region, liefert der Norden nicht nur eine Menge an faszinierender Geschichte, sondern hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Üppige Flusstäler, der Geschmack des Meeres, großartige Weine und Thermalgewässer machen die Region einzigartig und vielseitig.
Markt-Zeit
Der Mercado do Bolhão in Porto mit seiner markanten Markthalle gilt fast schon als legendär. Zwei Etagen, ein offener Innenhof, Galerien im Obergeschoss und verschiedenste Einrichtungen im Außenbereich liefern genügend Platz für das reichhaltige Angebot an buntem Gemüse, Obst, frischem Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, verschiedenste Blumen und weiteren regionalen Spezialitäten. Entstanden während der Zeit des Ersten Weltkriegs, war der Markt speziell dazu bestimmt, die Versorgung der Einwohner Portos jederzeit mit Lebensmitteln zu sichern. Auch heute ist hier das Beste, was auf den Feldern rund um Porto wächst und geerntet wurde, zu finden.
Anmerkung: Seit Anfang 2018 finden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, wodurch der Markt vorübergehend umgesiedelt wurde. Bleibt zu hoffen, dass der ursprüngliche Charakter erhalten bleibt.
Kutteln und Portwein
In Porto sehr beliebt ist das Gericht „Tripas à Moda do Porto“ (Kutteln nach Porto-Art), ein herzhafter Eintopf aus Kutteln, Bohnen Wurst, Gemüse und Kräutern. Voller Stolz tragen die Einwohner der Stadt auch den Spitznamen „Tripeiros“ (Kuttelesser), so sehr identifizieren sie sich mit der deftigen Speise. Ebenso allgegenwärtig ist das offene Sandwich „Francesinha“ (kleine Franözsin). Lassen Sie sich nicht vom Namen trügen, das Gericht hat es in sich. In Schichten werden Toastbrot, Wurst (wie z.B. Linguiça) oder Fleisch, Schinken, geschmolzener Käse und eine Tomatensauce, die mit Bier hergestellt wird, übereinander gelegt. Wer es weniger deftig mag, der kann sich an den traditionell eingelegten Sardinen satt essen, ein paar Oliven genießen oder andere Petiscos (Tapas) durchprobieren.
Porto ohne Portwein macht keinen Sinn. Das ist auch gut so, denn der Süßwein steht nicht nur in der Küstenstadt für Lebensqualität. Die Trauben für den geschützten Portwein kommen jedoch nicht aus Porto, sondern dem Douro-Tal. Am anderen Ufer des Flusses Douro reiht sich eine Portweinkellerei an die nächste, daran vorbei kommt man also nicht. Neben den großen Produzenten bieten auch viele kleine Familienkellereien Führungen und natürlich Kostproben an. Manche von ihnen arbeiten noch ganz traditionell und zerstampfen die Trauben für den Portwein mit den Füßen. In drei Gebieten werden die Rebsorten, die für die Erzeugung zugelassen sind, angebaut – Touriga Nacional gilt dabei als die hochwertigste Portweinrebsorte. Überwiegend werden rote Sorten für den feinen Tropfen verwendet, ein geringer Teil wird mit weißen Trauben produziert. Möglichkeiten einen Tawny Port (vermutlich die bekannteste Portweinart), Ruby Port, White Port, Purple Port, Special Tawny oder Vintage Port zu degustieren gibt es viele. Inmitten der traumhaften Weingärten, am malerischen Ufer oder im jahrhundertealten Weinkeller lassen sich neben den unterschiedlichen Portweinen noch andere vinifizierte Köstlichkeiten finden. Die Weinbauregion Alto Douro gilt als älteste Weinbauregion der Welt mit geschützter Herkunftsbezeichnung, demnach kommen Weinliebhaber an diesem wunderbaren Ort ganz auf ihre Kosten. Man muss nicht mal ein großer Philosoph sein, um bei einem Glas Sousão, Touriga Nacional oder Tinta Roriz auf einer Quinta (Weingut) ins Schwärmen und Träumen zu kommen.
In den Regionen Vinho Verde und Minho gedeiht eine der besten und charaktervollsten Rebsorten des Landes: der Alvarinho. Komplex, markante, fruchtige Säure und pikant ist der Wein ein wahrer Genuss. Und auch sonst sollten die Weine aus der DOC-Region Vinho Verde (das größte DOC-Anbaugebiet in Portugal) unbedingt probiert werden – am besten jung, denn so besitzen sie noch ihre charakteristische Frucht und Frische.
Im Nordosten Portugals befindet sich die wenig bekannte Region Trás os Montes. Nur wenige Touristen „verlaufen“ sich in dieses Gebiet, das übersetzt „hinter den Bergen“ heißt. Es ist die einzige Region, die eher dem iberischen Binnenland zuzurechnen ist. Abseits der bekannten Orte sind die Winter kälter und strenger, die Sommer heißer und trockener. Kulinarische Highlights gibt es auch hier, wenn auch etwas versteckt. Aber es loht sich auf jeden Fall, sich auf die „Schatzsuche“ zu begeben. Neben dem in dieser Gegend produzierten Azeite (Olivenöl) ist die Wurstspezialität Alheira ein besonderer Genuss. Die aus Schweinefleisch und anderen Fleischsorten (Kalb, Ente, Hase oder Huhn) sowie Brot hergestellte geräucherte Wurst wird meist in Olivenöl angebraten oder gegrillt und schön deftig mit gekochten Kartoffeln und Gemüse serviert.
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