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Reichenberg

Wenn Böhmen Geschichte schreibt, schreibt sie imposant: Reichenberg/Liberec hat viel zu erzählen.
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Im Schatten des Isergebirges befindet sich eine Stadt, die sich wohl kaum eine bessere Umgebung auswählen hätte können. Liberec, die Stadt in Nordböhmen, verzaubert zu jeder Jahreszeit.

Wenn Liberec sich eines rühmen kann, dann ist es seiner langen und berühmten Geschichte. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert, war Mittel- und Angelpunkt der Textilindustrie der Habsburgermonarchie. Als dementsprechendes Zentrum bildete Reichenberg natürlich auch Knotenpunkt der Kultur und Kunst: die Opernwelt machte hier Furore, den großen Vorhang des Theaters gestaltete Gustav Klimt und die in unmittelbarer Nähe gelegene Synagoge ist ein frühes Werk Carl Königs. Wer etwas auf seinen Namen hielt, musste in Reichenberg schaffen, leben und atmen.

Wie Reichenberg entstand? Nun, die Geschichte der Stadt reicht bis in eine Zeit zurück, in der an diesen Orten Handelswege nach Deutschland und Polen führten. Da das Passieren des Gebirgskamms des Ještěd für die Kaufleute mit ihrer Ware zu anstrengend war, musste ein Ort zum Ausruhen geschaffen werden: Liberec war als offene Markgemeinde entstanden. Die ersten urkundlichen Erwähnungen der Stadt stammen aus dem Jahre 1352. Der Boom Reichenbergs erfolgte schnell und konsequent und wuchs zur zweitgrößten Stadt in Böhmen an, wobei der Fokus sicherlich schon damals auf dem Industriegewerbe lag, was sich bis heute nicht geändert hat.

Schon der Name der Stadt verweist auf seine geschichtliche Konfliktposition – früher Reichenberg, heute Liberec: hier befand sich der Kristallisationspunkt der Spannungen zwischen Tschechen und Deutsche, war Reichenberg doch das Siedlungsgebiet er Sudetendeutschen schlechthin. Erste Umsiedlungsprozesse samt Tschechisierung der Region begannen bereits in der Ersten Republik, unmittelbar nach 1945 erfolgte dann die Vertreibung aller Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei, aus Reichenberg wurde Liberec und das entvölkerte Gebiet mit Tschechen und Zentralböhmen neu bevölkert.

Was man heutzutage bei einem Besuch der geschichtsträchtigen Stadt besichtigen sollte? Das im Stil der Neurenaissance 1893 errichtete Rathaus, als Symbol für den Reichtum und den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung der Stadt. Hinter dem Rathaus befindet sich das František-Šalda-Theater von 1893. Die aus den Jahren 1901-1902 stammenden Gebäude der Sparkasse, des Museums und der Handelskammer bilden mit ihrer Würde und Stilreinheit den goldenen Kern des historischen Stadtkerns. Dieser wird von einem Villenviertel aus der Wendezeit des 19. und 20. Jahrhunderts geschmückt, das mit seiner Einzigartigkeit den Aufschwung der Stadt dokumentiert. Liberec wird darüber hinaus gelegentlich auch als Stadt unter dem Jeschken (Ještěd) bezeichnet, dessen 1012 m hoher Gipfel von einem modernen Turm geziert wird, der zum Sinnzeichen der gesamten Umgebung wurde.

Letztlich muss man unbedingt dem Zentrum Babylon einen Besuch abstatten und sich traditionell mit böhmischen Leckereien verköstigen lassen: hier reiht sich Bar an Restaurant an gewölbte, urige Kellerräume.

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