Indianer mit Schlag
Historisches
Mit Österreich und Ungarn beanspruchen gleich zwei Länder das Rezept für dieses halbkugelförmige Biskuitgebäck, das mit Schlagobers gefüllt und mit Schokolade überzogen wird. Und das nicht zu Unrecht, denn "erfunden" wurde das Feingebäck in Wien, allerdings war der Erfinder ein ungarischer Koch. Weil es bei contadino.com um die regionalen Ursprünge geht, ist das Rezept Wien zugeordnet worden, wo der "Indianer" kreiert worden ist.
Anfang des 19. Jahrhunderts war der ungarische Herzog Ferdinand Pálffy Intendant des Wiener Theaters. Weil das aus Klassikern bestehende Repertoire damals beim Publikum keinen großen Anklang fand, engagierte der Herzog einen europaweit berühmten indischen Magier, um den Spielplan zu beleben. Als die Wiener dennoch nur spärlich das Theater besuchten, ließ Pálffy seinen ungarischen Koch ein neuartiges Kleingebäck kreieren, das im Theater verteilt werden und die Zuschauer an den indischen Künstler erinnern sollte. Die Idee funktionierte: Das Theater füllte sich schlagartig Abend für Abend und der Indianer wurde zum festen Bestandteil Wiener Konditoreien.
Zutaten
oder andere Stärke
fürs Backblech
fürs Backblech
Für die Glasur
Zubereitung
Die Eier trennen. Für den Teig zunächst die Dotter mit Vanille und 10g Mehl sehr gut schaumig rühren. Das Eiklar mit dem Kristallzucker zu steifem Schnee schlagen. Die Dottermasse mit dem Schnee vorsichtig vermengen, danach die 50g Mehl und die 40g Stärke mit einem Holzlöffel unterheben.
Ein Backblech befetten und mit Mehl bestreuen. Teigmasse in einen Dressiersack (glatte, sehr weite Tülle) füllen und kleinere Krapfen aufs Blech spritzen. Bei mäßiger Hitze ca. 15 Minuten im Rohr backen, etwas auskühlen lassen. Dann die Hälfte der Krapfen von unten, die andere Hälfte von oben aushöhlen.; vollends auskühlen lassen.
Für die Glasur den Zucker mit Wasser zur Perle kochen, dabei den sich bildenden Schaum öfter mit einem Löffel abschöpfen. Schokolade über Dunst weich werden lassen, in einer Rein glatt abrühren, dann solange heißen, gesponnenen Zucker dazugeben, bis die Glasur die richtige Dicke hat (sie soll einen eingetauchten Kaffeelöffel dünn überziehen).
Das Schlagobers steif schlagen (evt. mit Staubzucker süßen). Die Krapfen in den Aushöhlungen großzügig damit füllen, jeweils eine untere Hälfte (Aushöhlung oben) und eine obere Hälfte (Füllung unten) so zusammensetzen, dass der Indianer dick mit Schlagobers gefüllt ist. Die Oberfläche der so entstandenen Indianer kann noch mit etwas Marillenmarmelade bestrichen werden, bevor sie mit der Schokoladeglasur überzogen werden. Möglichst rasch verzehren.
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