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Papageno Tor

Indianer im Theater
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Indianer im Theater

Emanuel Schikaneder, der Textdichter der berühmten Zauberflöte, war durch den ungeheuren Erfolg Wolfgang Amadeus Mozarts Oper, die 1791 im ehemaligen Freihaustheater (befand sich in der heutigen Operngasse) uraufgeführt und mehr als 220 mal gespielt wurde, begütert genug, um sich 1798 den Traum von einem eigenen Theater erfüllen zu können. Zum Gedenken an die Zauberflöte, welche ihm zu den notwendigen Mitteln verholfen hatte, nannte er den Eingang in der Millöckergasse „Papageno Tor“ und stellte sich selbst als „Papageno“ dar, mit seinen drei Kindern als die „Drei Knaben“. Es ist der einzige Teil des heutigen Theaters an der Wien, der im Original erhalten ist.

Doch das Schicksal meinte es mit Schikaneder nicht besonders gut und der für Wien nicht untypische Neid unter Kollegen tat das Übrige dazu, dass Schikaneder nach nur zwei Jahren verkaufen musste.
Nach wechselnden Besitzern gelangte das Haus am 1. Oktober 1813 in den Besitz von Ferdinand Graf Palffy von Erdöd, der seit Januar 1810 bereits Direktor des Hauses gewesen war. Doch Pállfy hatte bei der Auswahl der Stücke keine glückliche Hand, denn sein „klassisches“ Programm fand in der Wiener Vorstadt keine große Resonanz. Um den Spielplan zu beleben engagierte Pállfy einen indischen Magier namens Kutom Bulchia, dem damals ganz Europa zujubelte. Als die WienerInnen dennoch nur spärlich kamen, ließ Pállfy seinen ungarischen Zuckerbäcker ein neuartiges Kleingebäck kreieren, das als eine Art Merchandising vor und im Theater verteilt werden sollte.
Die zwei mit Schokolade und Marillenmarmelade überzogenen und mit Schlagobers gefüllten Krapfen wurden als „Mohrenkopf“ präsentiert und brachten den erhofften Erfolg: Tag für Tag füllte sich das Theater und der „Mohrenkopf“ wurde alsbald – zu Ehren des indischen Zauberers – zum „Indianerkrapfen“, dem heutigen „Indianer (mit Schlag)“.
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